Lass Deine Augen offen sein, geschlossen Deinen Mund, und wandle still, so werden Dir geheime Dinge kund.



Wildtiere in Aufzucht oder Pflege...



Stieglitz

Am 07.07.2014 haben wir zwei verwaiste junge Stieglitze aufgenommen. Plitsch und Platsch haben wir sie getauft.



anfangs fraß der eine nur wenn man ihn auf die Hand genommen hat und einen Ringe aus Daumen und Zeigefinger bildete. Dann einen Wurm oder sowas animiert, Fingerwackeln, und das Schnäbelchen wurde aufgerissen. Dann fraß er schon wenn man ihn sitzen ließ und nur die Hand drum legte. Sie fangen um 7 Uhr morgens an, ab da so alle 2 bis 2,5 Stunden und ab 21 Uhr ist Schicht. Dann wird gepennt. Agil werden sie schon. Krakeln im Nest rum und können kötteln wie ein Großer Heute waren sie mit im Garten, natürlich in der Box im Nest, aber sie waren sehr entzückt über den Gesang der anderen Vögel. In 2 Tagen wollen wir sie mal auf eine Wiese setzen und sie sich bewegen lassen. Vielleicht haben sie schon Pick-Drang. Süß sind sie ja doch. Und ich fieber jeden Morgen dass sie noch gesund und munter sind. Immerhin können wir nur ein Ersatzfutter bieten. Scheinbar vertragen sie es und wachsen vor sich hin.



12.07.2014

Plitsch und Platsch gedeihen prima. Der Flaum auf dem Kopf ist verschwunden. Von jetzt auf gleich. Sie haben extrem angefangen zu flattern und so habe ich heute von einer befreundeten Jägerin die auch Tierärztin und Falknerin ist einen großen Käfig besorgt.
Die beiden sind am Abend von der Box in den Käfig umgezogen und haben sofort ihre Flugkünste getestet. Geht schon richtig toll. Nach anfänglicher Skepsis und etwas Panik haben sie dann aufgebaumt und Kopf ins Gefieder gepackt. Schlafen.
Die Futtermengen werden immer mehr. Nun heißt es ihnen beibringen selber zu futtern. Ebenso werden wir noch eine Voliere besorgen damit sie in den Garten umziehen können beizeiten. Danach beginnt die Auswilderung. Ich hoffe sehr dass es klappt. Auch wenn ich sie zu niedlich finde, sie gehören in die Freiheit.



26.07.2014

Vom Käfig aus sind die Vögel in eine Voliere umgezogen. Wäre alles super gewesen, wenn diese nicht tatsächlich an einer einzigen Stelle ein Loch gehabt hätte. Der kleine Plitsch hat an Tag 2 das Loch gefunden, wir dadurch dann auch. Er flog in unsere Scheune. Tja, der andere Vogel hat nur randaliert, ist ständig gegen das Gitter gedonnert. Wir haben die Türe geöffnet und er flog zu seinem Vogelbruder. Ab da wurden sie in der Scheune gefüttert.

Dann waren sie weg. Shit, aber war klar. 6 Stunden später, ich arbeite im Hof, höre ich ein Geschrei. Ich rufe mein "Tschirp, Tschirp" und tatsächlich es sind Plitsch und Platsch. Während der dicke Platsch nur ein bisschen fressen wollte, haute sich der kleine Plitsch die volle Dröhnung rein.

Am nächsten Tag kam Platsch noch einmal, dann war er verschwunden. Klein Plitsch hält sich rund um Haus und Hof auf. Er betrachtet meine Locken als Nest und landet sehr gerne da drauf. Er wird immer noch gefüttert, versucht aber schon an Blättern zu picken. Ebenfalls kann er alleine die Überreste Futter vom Schnabel wegputzen und er war auch schon baden. Leider ist er recht "zahm". Wenn es Futter gibt. Ist er satt, fliegt er sofort in den Holunder und hält Verdauungs-Siesta.

Die Futtermenge verringerte sich stetig von Woche zu Woche und dann von Tag zu Tag. Er pickte vermehrt vom Boden oder von Pflanzen Samen ab. Dann flog er eines Tages aus nachdem er noch einmal zum füttern erschien. Ich sah ihn die nächsten Tage noch ab und an. Auf meinen Ruf reagierte er nicht mehr, er war jetzt groß und eigenständig. Gutes Leben wünsch ich Dir kleiner Plitsch :-)



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Greifvogel

Ende Juli hatten wir für einen Tag einen Gast in unserer Voliere. Allerdings in einem großen Karton im dunkeln und kühlen. Damit er zur Ruhe kommt und sich erholen kann. Leider hatte er einen Zusammenstoß mit einem größeren Wagen. Gott sei Dank waren weder Ständer noch Flügel verletzt. Aber er war völlig plem in der Birne und sein Kreislauf war nicht stabil. Deshalb haben wir ihn zu unserer TÄ gebracht wo er was für seinen Kreislauf bekam und untersucht wurde. Für diesen Tag war die Scheune für alle geschlossen.
Abends haben wir ihn in die Freiheit entlassen. Er war wieder munter und klar.

Ein junger Greif.



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Feldhase

Am 09.09.2014 bekamen wir einen Feldhasen zur Aufzucht. Er war schätzungsweise erst wenige Tage alt und hatte ein Gewicht von 180 g.



Bis zum 29.09.2014 hatte er ein Gewicht von 500g erreicht. Von nun an war eine tägliche Wiegung nicht mehr möglich. Er lässt sich nicht mehr ohne weitere anfassen und auf die Waage heben. Seine Trinkmenge erhöhte sich im Laufe der folgenden Wochen und er nahm vermehrt Grünfutter auf. Sein Fell verändert sich, es wird dichter und grauer.

Am 06.10.14 konnte ich ihn noch mal wiegen. 860g brachte er zustande. Er frißt nun fast ausschließlich Grünzeug. Die Milchgabe wurde reduziert. Seit dem 03.11.14 bekommt er nur noch 1x am Tag seine Milch und diese stark verdünnt. Der Tag der Auswilderung steht bevor. Wenn ich ihm so wie heute frisches Grün gebe und er hinter mir her hoppelt weil er auf seine Milch wartet, dann ist das schon übelst schwer. Hasi ist mir sehr ans Herz gewachsen, aber ich bin nicht seine natürlich Umgebung und so muss er sich von mir entfremden, alsbald flüchten wenn ich auftauche und nur rauskommen und fressen wenn ich weg bin.

Wir haben ein tolles Fleckchen in unserem Revier ausgesucht wo er hinkommt. Wiese die nicht ständig gemäht wird, Wald direkt angrenzend und ein Wasserloch ist auch auf der Wiese. Dazu haben wir dort auf Ansitzen bereits viele Hasen bestätigen können und wenig bis kaum Füchse oder Greifvögel. Die ideale Stelle. Ich werde ihm dort noch einmal Milch geben und ihn dann frei lassen. Solange bleiben bis er davon läuft.

07.12.2014
Nach einigen Widrigkeiten haben wir heute den Feldhasen ausgewildert. Es war wunderschön zu sehen wie er mit staunendem Blick seine neue Umgebung betrachtete, die ersten zögerlichen Hoppler machte. Dann war es als ob sich ein Schalter umlegt und er rannte einen Kreis um mich herum. Blieb immer mal wieder stehen um sodann Vollgas zu geben und über die Wiese zu pesen. Er verschwand danach im Bestandsrand und hoppelte am Wald längs. Dann konnte ich ihn nicht mehr sehen. Viel Glück kleiner Mummel. Nun bist Du dort wo Du immer sein solltest, in Freiheit, auch wenn mein Herz eine Träne um Dich weint.

Übersicht Gewicht und Fuetterung

Und die Fotos der Auswilderung. Teils unscharf weil er einfach zu schnell unterwegs war.



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Bennett Wallaby

Am 01.03.2015 bekamen wir ein Bennett Wallaby zur Aufzucht.



Sie zählen zu den Rotnackenwallaby und leben ursprünglich auf Tasmanien. Der Kleine Skippy (er heißt eigentlich Ossi, aber so kann ich ihn nicht ansprechen) stammt aus einem Tierpark in der Nähe. Seine Mutter ist verunglückt und an den folgen leider verstorben. Seine Chancen sind eher gering, aber wir tun unser Bestes das er es schaffen könnte.

Er ist noch nackt und braucht stetige Wärmezufuhr. Diese geben wir über 3 Wärmflaschen und einem Beutel aus Fleece in dem er sich befindet. Gebettet in einem Weidenkorb der uns mitgegeben wurde. Er bekommt Aufzuchtpulver für Hundewelpen. Alle 3-4 Stunden auch Nachts. Dazu 3 mal am Tag Kochsalzlösung unter die Haut. Er ist schon recht agil und ein leichter Flaum an Haaren ist zu erkennen.

Er kam um 11 Uhr heute vormittag an. Um 12.30 Uhr hat er 4ml getrunken, um 16 Uhr erneut 4 ml und um 19.30 Uhr dann 6ml.



Leider war er zu schwach und klein. Von dem Umzug zu gestresst. Ich bin nachts bei ihm geblieben weil er gar nicht mehr trinken wollte und nur unruhig war. Habe ihn rumgetragen und er kam zur Ruhe. Dann hat er am frühen Morgen des 2.3.2015 einfach aufgehört zu atmen. Sehr traurig, aber die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Wir werden ihn bei uns im Revier beerdigen.

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