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Alles was ich hier nun schreibe basiert ausschließlich
auf den Erfahrungen die ich mit Jamie gemacht
habe. Es mag als Beispiel gelten, aber nicht als grundlegende Anweisung wie man einen blinden Hund
in ein vorhandenes "Rudel" integriert, bzw. erzieht. Mein kleines Hunderudel ist ganz sicher
nicht perfekt und ehrlich gesagt soll es das auch gar nicht sein, denn perfekt wäre doch
langweilig ;-). Mir ist wichtig dass meine Hunde eine größtmögliche Freiheit genießen können
und dies erreicht man durch Bindung, Spiel, Spaß, Beschäftigung und daraus resultierend der
Gehorsam.
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Kennenlernen
Das erste Kennenlernen der Hunde sollte draussen statt finden.
Bei uns war es das Gelände im Tierheim, danach ein gemeinsamer Spaziergang,
Tage später ein gemeinsamer Ausflug an den Rhein und schließlich
gemeinsam nach Hause. Hier ließ ich alle Hunde aus dem Auto und wir sind zuerst in
den Garten gegangen. Später dann ins Haus und da sich die 3 schon von früherem "Sehen"
kannten wurde Jamie sofort im eigenen Reich meiner Jungs anerkannt.
Was ich persönlich sehr wichtig finde ist, der blinde Hund braucht kein Mitleid, er muss nicht
bevorzugt behandelt werden. Den Fehler habe ich am Anfang gemacht und auch früh genug selber
erkannt. Sicher muss man sich auf das Handicap einstellen, aber nicht mit betüdeln und Bevorzugung.
Die Hunde untereinander machen lassen und nur eingreifen wenn es wirklich nötig ist.
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Einzug des blinden Hundes
Man denkt, ach das wird schon gehen, kann nicht schwer sein. Falsch gedacht. Für uns Menschen
ist es sicher einfach den Blinden so zu akzeptieren wie er ist. Aber man bedenke eins. Blinde
Hunde haben einen meist starren Blick. Wenn sie einen anderen Hund orten, drehen sie sich in
seine Richtung und "hören" wo er ist. Dabei aber ist ihr Blick "starr". Deutlicher gesagt, sie
starren in die Richtung des anderen Hundes und die Ohren sind dabei nach vorne gestellt. Ein starrer
Blick (fixieren) und die nach vorne gerichteten Ohren sind Körpersignale des Angriffsdrohens. Im
Normalfall einhergehend mit Knurren, was der blinde Hund natürlich nicht zeigt da er ja "nur"
hören will wer da gerade kommt.
Und genau da liegt das Problem. Die sehenden Hunde im Rudel müssen lernen dass
von dem starrenden Blindi keine Gefahr ausgeht.
Hier sind wir Menschen gefragt und das ist das
härteste Stück Arbeit das es gibt. Unsere Normalo-Hunde müssen eine "Fremdsprache" lernen, die des
blinden Hundes. Das bedeutet viel Einfühlungsvermögen, gute Kenntnisse seiner eigenen sehenden Hunde
und Kenntnisse über "Hundesprache" und Verhalten an sich. Es ist ein längerer Weg für den man sich
anfangs viele Stunden Zeit nehmen muss. Wir haben es mit dem Jahresurlaub verknüpft und so die Hunde
im Frankreich Urlaub aneinander gewöhnt. Das war nur der Anfang, der Prozeß an sich kann Monate dauern, je nachdem wie
die eigenen Hunde drauf sind. In unserem Fall hat Aaron innerhalb von Tagen gelernt dass Jamie
anders ist, bei Kimba hat es vier Monate gedauert. Ich persönlich finde dass es eine Meisterleistung
von den Sehenden Hunden ist. Und eine wunderbare Erfahrung für uns Menschen die zeigt wie groß
das Spektrum eines Hundes ist, neue und andersartige Dinge zu lernen.
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Wohnung/Haus/Garten
Dem blinden Hund, falls er nicht selbstständig genug ist, die Wohnung erstmal zeigen, ihn führen
und überall riechen lassen. Anfangs alles vom Boden wegräumen. Ziervasen und dergleichen sind sonst
reif für den Müll. Scharfkantige Gegenstände an denen der Hund sich vereletzen könnte müssen für
immer verbannt werden. Liegen Kabel auf der Erde rum wäre es besser diese in einen Kabelschacht
zu stecken. Jamie habe ich dabei erwischt wie sie genüßlich anfing ein Elektrokabel anzunagen.
Manche Hunde brauchen etwas länger, andere finden sich schneller in der fremden Umgebung zurecht.
Jamie hat unsere 120 qm mit nur zwei Mal ablaufen gelernt und behalten.
Man kann dann relativ schnell zur Routine übergehen. Heißt z.B. staubsaugen, Telefon klingelt,
Sauger liegen lassen und am Telefon traschten. Der blinde Hund wird schnell merken wo der Sauger
steht wenn das Geräusch aus ist.
Der Garten. Keine Gartengeräte liegen lassen. Und das niemals. Die meisten Geräte
sind einfach zu gefährlich. Denkt an giftige Pflanzen, blinde Hunde sind meist überneugierig und
nehmen erstmal mit Nase und Mund "Geschmack" auf.
Da heißt es vorbeugen und aufpassen.
Oftmals hört man, bloß nie mehr umräumen da der blinde Hund sich die Wohung einprägt. Aber es geht
auch anders. Man kann sehr wohl seine Möbel umräumen, man muss den Blindi dann nur an die neue
Situation heranführen, ihm die umgestellten Möbel zeigen. Selber schon erprobt weil ich einen
Umräumfimmel habe.
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Blinder Hund und Leithund
Meiner Meinung nach ist es unabdingbar, dass wenn man einen blinden Hund aufnimmt, bereits selber
einen gut erzogenen, sehenden und sozialen Hund hat. Denn die größte Arbeit und Aufgabe fällt
dem bereits vorhandenen Hund zu, der die Aufgabe des "Leithundes" übernimmt.
In unserem Fall ist es Aaron. Diese Rolle hat er sich nicht ausgesucht, sondern Jamie
hat ihn auserkoren und lief ihm die erste Zeit wie ein Schatten hinterher. Sobald sich Aaron nur
leicht regte war Jamie sofort an seiner Seite. Wo er schnuppert, da riecht auch sie. Begrüßt er
fremde Hunde, tut sie dies auch, genauso wie uns bekannte Menschen. Es gibt auch Hunde und
Menschen die Aaron ignoriert, auch das hat Jamie ihm nachgemacht. Durch Aaron lernte sie auch
wie man Wege gerade geht. Diese Orientierung an ihm besteht immer noch, allerdings nicht mehr
in dem Maße wie früher. In bekannten Gebieten geht Jamie alleine ihres Weges und läuft nur noch
ab und an Aaron hinterher. In fremden Gegenden hält sie sich zunächst stark an ihn und erst wenn
sie sich sicher fühlt und das Gebiet einigermaßen "zurodnen" kann wird sie selbstständig. Anfangs
war Aaron extrem irritiert dass ihm Jamie wie ein Schatten folgte, ich möchte sogar sagen er war
stellenweise angenervt. Zumal sie bei einer abrupten Bremsung seinerseits in ihn reinkrachte.
Doch
mit der Zeit entwickelte sich das zusehends anders. Aaron war, mit menschlichen Worten ausgedrückt,
stolz auf seinen Schatten. Etwas was ich persönlich phänomenal finde ist, wenn Jamie ihres Weges
alleine geht und zielstrebig auf einen Abhang zusteuerte, rannte Aaron an ihre Seite und drängte
sie ab. Für mich ein ganz deutliches Zeichen dass er verinnerlicht hat dass Jamie nichts sehen
kann. Mittlerweile hat es Jamie selber sehr gut raus Abhänge zu erriechen/ertasten und es kommt
nur noch selten vor dass Aaron sie abdrängt. Beigebracht auf Jamie zu achten habe ich Aaron nicht.
Ehrlich gesagt ich hätte auch nicht gewußt wie ich ihm dies hätte lehren können, aber ich bin
sehr stolz auf ihn, dass er diese Rolle selbstständig übernommen hat und so prima ausführt.
Wenn Jamie unser einziger Hund gewesen wäre, hätte ich diese Aufgabe des Leithundes alleine
übernehmen müssen. Dies ist sicher möglich, aber mit erheblichen Einschränkungen verbunden.
Natürlich kann man auch einen blinden Hund aufnehmen ohne einen weiteren Sehenden dabei zu haben.
Hauptsache der Hund hat ein schönes zu Hause, wird liebevoll umsorgt und
artgerecht beschäftigt.
Doch für
mich gilt einfach, Hunde sind soziale Rudeltiere die sich nur unter ihresgleichen wirklich und
vollkommen entfalten können.
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Spazieren gehen und Erziehung
Ich bin nun ein ausgesprochener Fan von Leine los. Hund an Leine gibt es bei
mir nicht (es sei denn an einer Hauptstrasse und wenn uns angeleinte Hunde entgegen
kommen gehe ich mit meinen auf Seite, lasse sie sitzen und warte bis der andere vorbei ist).
Aber auch hier ist zu beachten dass jeder Hund anders ist. Jamie war von Anfang an sehr eng an mich
gebunden. Sie lernte ihren neuen Namen schnell und wenn ich rief "Jamie Hier",klopfte ich anfangs
laut auf meine Beine um ihr die Richtung zu weisen. Wichtig ist mit
Geräuschen
jedweger Form zu arbeiten, vorrang hat hier allerdings unsere Stimme.
Weiter beim Gassi. Jamie lernte das Kommando "Vorsicht" zu verknüpfen mit Hindernissen,
etc... . Ich gab das Kommando "Vorsicht" kurz bevor sie mit dem Hinderniss kollidierte
(das allerdings anfangs an der langen Leine sodass ich sie etwas bremsen konnte). Nach nur
3-4 maliger Gabe des Kommandos wußte sie was "Vorsicht" bedeutet.
Für uns unvorstellbar aber Realität, blinde Hunde können auf den engsten Pfaden gehen, wie ich
weiter oben schon schrieb hat sie dies größtenteils durch Aaron gelernt, aber auch durch
Selbsterfahrung.
Machen wir selber mal
die Augen zu und gehen einfach los, knallen wir vor den ersten Baum. Nicht aber die
Hunde. Sie orientieren sich über das Gehör, die Nase und ganz wichtig, sie spüren mit den
Pfoten (Tastsinn - Sinnesorgane) den Boden ab und merken daran ganz genau wo sie gerade gehen. Und an dieser
Stelle kurz erklärt warum sie auch vor Hindernissen selbstständig anhalten. Mit jeder Bewegung
der Pfoten wirbeln sie Staub auf der sich vor ihnen in die Luft erhebt. Wenn der Staub dann auf
ein Hindernis trifft wird er reflektiert, durch den Luftstrom zurück befördert und landet auf
den Tasthaaren an der Schnauze des Hundes. Sobald die Blindis dies spüren bremsen sie ab,
fangen an zu riechen und bemerken das Hindernis. Das als Erklärung warum man oftmals meint der
Hund müsste doch was sehen können.
Ein weiteres nützliches Kommando beim Gassi ist "Hopp".
Oftmals liegen Hindernisse im
Weg die nicht zu umrunden sind. Bei Jamie ging das relativ einfach, mit Hopp und klopfen
auf die Oberfläche des Hindernisses
bekam ich sie dazu über das Hinderniss zu springen. Jamie ist von Natur aus ein sehr
mutiger und neugieriger Hund, dazu kommt dass sie großes Vertrauen in mich hat, dies beides
zusammen macht es uns einfacher sie zu Sprüngen ins fürs sie "Leere" zu ermuntern.
Um so einen Sprung über ein Hindernis (wie einen umgefallenen Baumstmam) langsam aufzubauen,
kann man den Hund erstmal mit Leckerli ranführen die man einfach oben auf das Hindernis legt.
Jeden Schritt mit den Pfoten in diese Richtung belohnt und wenn die Pfoten auf dem Hindernis
liegen, große Belohnung und erstmal aufhören. Nach und nach kann man dies dann steigern bis
der Hund es geschafft hat und über die Hürde rüberklettert.
Dem blinden Hund sollte man unbedingt noch Halt, Links, Rechts, Zurück beibringen.
Das "Halt" habe ich immer gesagt wenn Jamie gerade anhielt. Anfangs an der
Leine auf dem Bürgersteig. Da Aaron am Bordstein anhalten sollte gab ich das Kommando "Halt", worauf
er stehen blieb und Jamie es ihm nachmachte. Sie hört ja ob er gerade geht oder stehen bleibt.
Links und Rechts üben wir noch und es wird tagtäglich besser. Auch hier habe ich mir Aaron
zunutze gemacht der diese Kommandos mit Handzeichen kennt und ausführt. Da Jamie ihm ja nachläuft hat
sie angefangen auch selbstständig auf diese Worte zu hören. Doch wir müssen daran noch intensiv
arbeiten. Gerade beim schwimmen ist es sehr hilfreich wenn das Wasser leichten Wellengang hat
wird der geworfene Ball abgetrieben und Jamie sucht vergeblich an der Fallstelle, welche sie
mit ihrem Gehör geortet hatte. Dabei nehme ich mir kleine Steine zu Hilfe die ich werfe und
kurz bevor diese aufprallen ihr links, rechts, oder voran sage. Noch schwimmt sie nur
dem Aufprall der Steine hinterher, ab und an teste ich ob sie ein Kommando schon verinnerlicht hat.
Stellenweise klappt es schon.
Zurück benutze ich wenn sie von etwas weggehen soll. Z.Bsp. steckt sie liebend gerne
die Nase in die Übungstasche (meine Tasche auf den Gassi gängen wo der Ball drin ist, die Dummys
für Aaron, die Dose mit den Suchleckerchen und diverses anders), aber genau das soll sie nicht da
die Tasche für alle Hunde tabu ist. Ich habe "zurück" gesagt und sie sachte mit der Hand an der
Brust rückwärtes gedrängt.
Sitz und Platz waren absolut einfach.
Immer wenn sie sich setzte gabe es das entsprechende
Kommando, "sitz". Genauso wenn sie sich legte, gab es ein "Platz".
"Steh" üben wir auch gerade ein. Wäre eigentlich
unnötig da sie "Halt" kennt, aber ich möchte
ihr beibringen auf Entfernung "sitz" "platz" und "steh" abwechselnd auszuführen ohne dabei in meine
Richtung zu gehen. Das "Halt" gilt auch nur für Bordsteinkanten und dergleichen. Steh üben wir
momentan einfach so, dass immer wenn sie steht ich ihr dies Kommando sage und sie belohne. Der
nächste Schritt ist dass ich sie sitzen lasse, ein Leckerchen vor die Nase halte und dies nach
vorne ziehe so dass sie aufstehen muss. Zeitgleich sage ich "steh" und wenn sie steht gibt es
sofort die Belohnung.
Such ist auch ein wunderbares Kommando. Jamie jedenfalls sucht gerne Dinge. Am liebsten ihren
Ball wenn ich den extra fies irgendwo ins Gebüsch werfe. Zu sehen wie intensiv sie ihre Nase da
einsetzt ist fantastisch. Fährten wäre sicher was für sie, aber das wird noch kommen. Ich möchte
sie nicht überfordern mit zu vielen neuen Dingen.
Das Unabdingbare ist natürlich das "Hier". Ich habe das Wort genommen weil Aaron es auch
kennt. Und ihn mal wieder für eine Jamie-Übung eingespannt, es ausgenutzt dass sie ihm immer
folgt. Und damit Jamie es noch deutlicher hört was ich meine, habe ich den alten Trick benutzt
wegzulaufen mit lautem Getrampel wenn ich "hier" rief. Sah zwar bescheurt aus wenn ich
trampelnd über den Weg lief, aber nur so konnte Jamie hören dass ich in eine andere Richtung
rannte. Da sie nicht nur auf Aaron alleine fixiert ist war dies relativ einfach und sie folgte
mir sofort. Natürlich kam auch bei Jamie die Phase des *ichwillnixhören*, aber auch das
überstanden wir ganz gut.
Mehr über den genauen Trainingsaufbau einzelner Kommandos und Abfolgen findet man unter
folgender Seite:
Training
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Integration eines normalen Hundes in ein blind-normal gemischtes Rudel
Vor ein paar Wochen ist aufgrund schwerer Krankheit der Mutter von meinem Freund ihr Hund
vorübergehend bei uns eingezogen.
Max ist ein Terrier-Mix, 10 Jahre alt und war immer Einzelhund. Dazu kommt das
er nie Grenzen kennengelernt hat, immer der kleine Prinz zu Hause war und sich anderen Hunden nur
ungerne (eigentlich fast nie) unterordnet.
Bevor Georgie in Reha musste holte ich Max zu täglichen gemeinsamen Spaziergängen ab
bevor er dann Anfang Juli für 3 Wochen bei uns einzog. Im Vorfeld wußte ich aus Erfahrung mit
Max das er Jamie nicht "mochte". Bei den wenigen Malen die wir uns trafen hat er Jamie immer
angeknurrt und die Zähne gezeigt. So waren alle meine Antennen beim ersten Gassi ausgefahren.
Jamie, Aaron und Kimba liefen frei. Max nahm ich zur besseren Kontrolle an die Leine. Jamie hörte
und roch direkt das da plötzlich noch jemand ist, lief zu Max und bevor er auch nur ansatzweise
dazu kam die Zähne zu zeigen lobt ich ihn dafür das er einfach nur da stand. Ein scharfes "Lass es"
in dem Moment zu sagen wenn er fletscht wäre kontraproduktiv da Jamie ja meine Worte ebenfalls
hört. Mit "Lass es" wäre sie nämlich für ihr freundliches annähern gestraft worden. Max reagierte auf
meine freundlichen Worte und drehte lediglich den Kopf zur Seite als Jamie sich im näherte. Ich
lockte Jamie dann auch direkt weg von ihm damit Max erstmal verarbeiten konnte das Jamie ein
nettes Mädel ist. So verlief der gesamte Spaziergang damit ab, Max immer im Vorfeld für gezeigtes
freundliches Verhalten zu loben. Nach nur ein paar Tagen konnte ich Max sorglos mit meinen
Hunden frei laufen lassen. Ab und an rempelte Jamie ihn beim laufen aus Versehen an und auch hier,
bevor Max reagieren konnte lobte ich ihn. Draußen war kein Problem mehr. Die Spaziergängen verliefen
entspannt, naja bis auf die Tatsache das Max andere Hunde mobbt und einen netten Jagdtrieb hat.
Deshalb kam er sehr oft an die Leine. Er hörte zwar immer besser auf mich, aber Jamie war überaus
irritiert wenn ich ein scharfes "Max Nein" losließ. Sie fühlte sich immer angesprochen, denn den
Namen Max hatte sie bis dato noch nicht mit dem kleinen Neuzugang in Verbindung gebracht.
Das änderte sich im Laufe der Woche. Immer wenn wir Max abholten oder sie nahe bei ihm war, nannte
ich seinen Namen. Sie verstand dann recht zügig das Max der kleine Terror-Krümel ist der sie nicht
leiden kann. Max konnte Jamie weiterhin nicht einordnen. Man konnte sehr deutlich sehen das es
an ihrer Blindheit lag. Der starre Blick und natürlich auch ihre imponierende Haltung. Rute
grundsätzlich nach oben gerichtet und fast immer in T-Stellung vor ihm. Max reagierte dann
anstatt mit knurren/fletschen indem er einfach wegging. Das habe ich belohnt und gleichzeitig
Jamie davon abgehalten hinter ihm her zu laufen. So vergingen dann die meisten Tage. Nun, wo
Max nur noch 4 Tage bei uns ist, änderte sich auf einmal etwas. Max ließ es zu das sich Jamie
im Garten ihm näherte. Er lag auf der Wiese, Jamie ging zu ihm und wedelte. Dabei beschwichtigte
sie ihn gleichzeitig mit Kopf wegdrehen und sich über die Nase lecken. Max lag wie angewurzelt da und
reagierte nicht. Mein kleiner Psycho :-)). Jamie legt sich dann hin und robbte langsam in seine
Richtung. Dann war sie ihm ganz nah und leckte sein linkes Ohr. Das war so niedlich, all ihre
Bemühungen der letzten Woche haben ein wenig gefruchtet. Max blieb liegen und man konnte förmlich
sehen wie sein Gehirn qualmte. So einen intensiven nahen Kontakt hatte er bis dahin noch mit
keinem anderen Hund gehabt. Es war aber auch nur von kurzer Dauer, denn er zog die Lefzen hoch und
ich rief Jamie daraufhin zu mir. Hätten wir noch mehr Zeit, ich bin mir sicher das Max bald
einen völlig normalen Hundekontakt zulassen würde. Wir sind aber bereits sehr froh darüber das
es im normalen Zusammenleben keinerlei Probleme mehr gibt. Meine blinde Miss Jay hat das schon
prima hinbekommen.
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