Life is too important to be taken seriously. (Oscar Wilde)



Erziehung und Integration

Alles was ich hier nun schreibe basiert ausschließlich auf den Erfahrungen die ich mit Jamie gemacht habe. Es mag als Beispiel gelten, aber nicht als grundlegende Anweisung wie man einen blinden Hund in ein vorhandenes "Rudel" integriert, bzw. erzieht. Mein kleines Hunderudel ist ganz sicher nicht perfekt und ehrlich gesagt soll es das auch gar nicht sein, denn perfekt wäre doch langweilig ;-). Mir ist wichtig dass meine Hunde eine größtmögliche Freiheit genießen können und dies erreicht man durch Bindung, Spiel, Spaß, Beschäftigung und daraus resultierend der Gehorsam.

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Kennenlernen

Das erste Kennenlernen der Hunde sollte draussen statt finden. Bei uns war es das Gelände im Tierheim, danach ein gemeinsamer Spaziergang, Tage später ein gemeinsamer Ausflug an den Rhein und schließlich gemeinsam nach Hause. Hier ließ ich alle Hunde aus dem Auto und wir sind zuerst in den Garten gegangen. Später dann ins Haus und da sich die 3 schon von früherem "Sehen" kannten wurde Jamie sofort im eigenen Reich meiner Jungs anerkannt.

Was ich persönlich sehr wichtig finde ist, der blinde Hund braucht kein Mitleid, er muss nicht bevorzugt behandelt werden. Den Fehler habe ich am Anfang gemacht und auch früh genug selber erkannt. Sicher muss man sich auf das Handicap einstellen, aber nicht mit betüdeln und Bevorzugung. Die Hunde untereinander machen lassen und nur eingreifen wenn es wirklich nötig ist.

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Einzug des blinden Hundes

Man denkt, ach das wird schon gehen, kann nicht schwer sein. Falsch gedacht. Für uns Menschen ist es sicher einfach den Blinden so zu akzeptieren wie er ist. Aber man bedenke eins. Blinde Hunde haben einen meist starren Blick. Wenn sie einen anderen Hund orten, drehen sie sich in seine Richtung und "hören" wo er ist. Dabei aber ist ihr Blick "starr". Deutlicher gesagt, sie starren in die Richtung des anderen Hundes und die Ohren sind dabei nach vorne gestellt. Ein starrer Blick (fixieren) und die nach vorne gerichteten Ohren sind Körpersignale des Angriffsdrohens. Im Normalfall einhergehend mit Knurren, was der blinde Hund natürlich nicht zeigt da er ja "nur" hören will wer da gerade kommt. Und genau da liegt das Problem. Die sehenden Hunde im Rudel müssen lernen dass von dem starrenden Blindi keine Gefahr ausgeht. Hier sind wir Menschen gefragt und das ist das härteste Stück Arbeit das es gibt. Unsere Normalo-Hunde müssen eine "Fremdsprache" lernen, die des blinden Hundes. Das bedeutet viel Einfühlungsvermögen, gute Kenntnisse seiner eigenen sehenden Hunde und Kenntnisse über "Hundesprache" und Verhalten an sich. Es ist ein längerer Weg für den man sich anfangs viele Stunden Zeit nehmen muss. Wir haben es mit dem Jahresurlaub verknüpft und so die Hunde im Frankreich Urlaub aneinander gewöhnt. Das war nur der Anfang, der Prozeß an sich kann Monate dauern, je nachdem wie die eigenen Hunde drauf sind. In unserem Fall hat Aaron innerhalb von Tagen gelernt dass Jamie anders ist, bei Kimba hat es vier Monate gedauert. Ich persönlich finde dass es eine Meisterleistung von den Sehenden Hunden ist. Und eine wunderbare Erfahrung für uns Menschen die zeigt wie groß das Spektrum eines Hundes ist, neue und andersartige Dinge zu lernen.

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Wohnung/Haus/Garten

Dem blinden Hund, falls er nicht selbstständig genug ist, die Wohnung erstmal zeigen, ihn führen und überall riechen lassen. Anfangs alles vom Boden wegräumen. Ziervasen und dergleichen sind sonst reif für den Müll. Scharfkantige Gegenstände an denen der Hund sich vereletzen könnte müssen für immer verbannt werden. Liegen Kabel auf der Erde rum wäre es besser diese in einen Kabelschacht zu stecken. Jamie habe ich dabei erwischt wie sie genüßlich anfing ein Elektrokabel anzunagen.

Manche Hunde brauchen etwas länger, andere finden sich schneller in der fremden Umgebung zurecht. Jamie hat unsere 120 qm mit nur zwei Mal ablaufen gelernt und behalten.
Man kann dann relativ schnell zur Routine übergehen. Heißt z.B. staubsaugen, Telefon klingelt, Sauger liegen lassen und am Telefon traschten. Der blinde Hund wird schnell merken wo der Sauger steht wenn das Geräusch aus ist.
Der Garten. Keine Gartengeräte liegen lassen. Und das niemals. Die meisten Geräte sind einfach zu gefährlich. Denkt an giftige Pflanzen, blinde Hunde sind meist überneugierig und nehmen erstmal mit Nase und Mund "Geschmack" auf. Da heißt es vorbeugen und aufpassen.

Oftmals hört man, bloß nie mehr umräumen da der blinde Hund sich die Wohung einprägt. Aber es geht auch anders. Man kann sehr wohl seine Möbel umräumen, man muss den Blindi dann nur an die neue Situation heranführen, ihm die umgestellten Möbel zeigen. Selber schon erprobt weil ich einen Umräumfimmel habe.

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Blinder Hund und Leithund

Meiner Meinung nach ist es unabdingbar, dass wenn man einen blinden Hund aufnimmt, bereits selber einen gut erzogenen, sehenden und sozialen Hund hat. Denn die größte Arbeit und Aufgabe fällt dem bereits vorhandenen Hund zu, der die Aufgabe des "Leithundes" übernimmt.

In unserem Fall ist es Aaron. Diese Rolle hat er sich nicht ausgesucht, sondern Jamie hat ihn auserkoren und lief ihm die erste Zeit wie ein Schatten hinterher. Sobald sich Aaron nur leicht regte war Jamie sofort an seiner Seite. Wo er schnuppert, da riecht auch sie. Begrüßt er fremde Hunde, tut sie dies auch, genauso wie uns bekannte Menschen. Es gibt auch Hunde und Menschen die Aaron ignoriert, auch das hat Jamie ihm nachgemacht. Durch Aaron lernte sie auch wie man Wege gerade geht. Diese Orientierung an ihm besteht immer noch, allerdings nicht mehr in dem Maße wie früher. In bekannten Gebieten geht Jamie alleine ihres Weges und läuft nur noch ab und an Aaron hinterher. In fremden Gegenden hält sie sich zunächst stark an ihn und erst wenn sie sich sicher fühlt und das Gebiet einigermaßen "zurodnen" kann wird sie selbstständig. Anfangs war Aaron extrem irritiert dass ihm Jamie wie ein Schatten folgte, ich möchte sogar sagen er war stellenweise angenervt. Zumal sie bei einer abrupten Bremsung seinerseits in ihn reinkrachte.

Doch mit der Zeit entwickelte sich das zusehends anders. Aaron war, mit menschlichen Worten ausgedrückt, stolz auf seinen Schatten. Etwas was ich persönlich phänomenal finde ist, wenn Jamie ihres Weges alleine geht und zielstrebig auf einen Abhang zusteuerte, rannte Aaron an ihre Seite und drängte sie ab. Für mich ein ganz deutliches Zeichen dass er verinnerlicht hat dass Jamie nichts sehen kann. Mittlerweile hat es Jamie selber sehr gut raus Abhänge zu erriechen/ertasten und es kommt nur noch selten vor dass Aaron sie abdrängt. Beigebracht auf Jamie zu achten habe ich Aaron nicht. Ehrlich gesagt ich hätte auch nicht gewußt wie ich ihm dies hätte lehren können, aber ich bin sehr stolz auf ihn, dass er diese Rolle selbstständig übernommen hat und so prima ausführt.

Wenn Jamie unser einziger Hund gewesen wäre, hätte ich diese Aufgabe des Leithundes alleine übernehmen müssen. Dies ist sicher möglich, aber mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Natürlich kann man auch einen blinden Hund aufnehmen ohne einen weiteren Sehenden dabei zu haben. Hauptsache der Hund hat ein schönes zu Hause, wird liebevoll umsorgt und artgerecht beschäftigt. Doch für mich gilt einfach, Hunde sind soziale Rudeltiere die sich nur unter ihresgleichen wirklich und vollkommen entfalten können.

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Spazieren gehen und Erziehung

Ich bin nun ein ausgesprochener Fan von Leine los. Hund an Leine gibt es bei mir nicht (es sei denn an einer Hauptstrasse und wenn uns angeleinte Hunde entgegen kommen gehe ich mit meinen auf Seite, lasse sie sitzen und warte bis der andere vorbei ist). Aber auch hier ist zu beachten dass jeder Hund anders ist. Jamie war von Anfang an sehr eng an mich gebunden. Sie lernte ihren neuen Namen schnell und wenn ich rief "Jamie Hier",klopfte ich anfangs laut auf meine Beine um ihr die Richtung zu weisen. Wichtig ist mit Geräuschen jedweger Form zu arbeiten, vorrang hat hier allerdings unsere Stimme.
Weiter beim Gassi. Jamie lernte das Kommando "Vorsicht" zu verknüpfen mit Hindernissen, etc... . Ich gab das Kommando "Vorsicht" kurz bevor sie mit dem Hinderniss kollidierte (das allerdings anfangs an der langen Leine sodass ich sie etwas bremsen konnte). Nach nur 3-4 maliger Gabe des Kommandos wußte sie was "Vorsicht" bedeutet.
Für uns unvorstellbar aber Realität, blinde Hunde können auf den engsten Pfaden gehen, wie ich weiter oben schon schrieb hat sie dies größtenteils durch Aaron gelernt, aber auch durch Selbsterfahrung. Machen wir selber mal die Augen zu und gehen einfach los, knallen wir vor den ersten Baum. Nicht aber die Hunde. Sie orientieren sich über das Gehör, die Nase und ganz wichtig, sie spüren mit den Pfoten (Tastsinn - Sinnesorgane) den Boden ab und merken daran ganz genau wo sie gerade gehen. Und an dieser Stelle kurz erklärt warum sie auch vor Hindernissen selbstständig anhalten. Mit jeder Bewegung der Pfoten wirbeln sie Staub auf der sich vor ihnen in die Luft erhebt. Wenn der Staub dann auf ein Hindernis trifft wird er reflektiert, durch den Luftstrom zurück befördert und landet auf den Tasthaaren an der Schnauze des Hundes. Sobald die Blindis dies spüren bremsen sie ab, fangen an zu riechen und bemerken das Hindernis. Das als Erklärung warum man oftmals meint der Hund müsste doch was sehen können.

Ein weiteres nützliches Kommando beim Gassi ist "Hopp". Oftmals liegen Hindernisse im Weg die nicht zu umrunden sind. Bei Jamie ging das relativ einfach, mit Hopp und klopfen auf die Oberfläche des Hindernisses bekam ich sie dazu über das Hinderniss zu springen. Jamie ist von Natur aus ein sehr mutiger und neugieriger Hund, dazu kommt dass sie großes Vertrauen in mich hat, dies beides zusammen macht es uns einfacher sie zu Sprüngen ins fürs sie "Leere" zu ermuntern. Um so einen Sprung über ein Hindernis (wie einen umgefallenen Baumstmam) langsam aufzubauen, kann man den Hund erstmal mit Leckerli ranführen die man einfach oben auf das Hindernis legt. Jeden Schritt mit den Pfoten in diese Richtung belohnt und wenn die Pfoten auf dem Hindernis liegen, große Belohnung und erstmal aufhören. Nach und nach kann man dies dann steigern bis der Hund es geschafft hat und über die Hürde rüberklettert.
Dem blinden Hund sollte man unbedingt noch Halt, Links, Rechts, Zurück beibringen.

Das "Halt" habe ich immer gesagt wenn Jamie gerade anhielt. Anfangs an der Leine auf dem Bürgersteig. Da Aaron am Bordstein anhalten sollte gab ich das Kommando "Halt", worauf er stehen blieb und Jamie es ihm nachmachte. Sie hört ja ob er gerade geht oder stehen bleibt.

Links und Rechts üben wir noch und es wird tagtäglich besser. Auch hier habe ich mir Aaron zunutze gemacht der diese Kommandos mit Handzeichen kennt und ausführt. Da Jamie ihm ja nachläuft hat sie angefangen auch selbstständig auf diese Worte zu hören. Doch wir müssen daran noch intensiv arbeiten. Gerade beim schwimmen ist es sehr hilfreich wenn das Wasser leichten Wellengang hat wird der geworfene Ball abgetrieben und Jamie sucht vergeblich an der Fallstelle, welche sie mit ihrem Gehör geortet hatte. Dabei nehme ich mir kleine Steine zu Hilfe die ich werfe und kurz bevor diese aufprallen ihr links, rechts, oder voran sage. Noch schwimmt sie nur dem Aufprall der Steine hinterher, ab und an teste ich ob sie ein Kommando schon verinnerlicht hat. Stellenweise klappt es schon.

Zurück benutze ich wenn sie von etwas weggehen soll. Z.Bsp. steckt sie liebend gerne die Nase in die Übungstasche (meine Tasche auf den Gassi gängen wo der Ball drin ist, die Dummys für Aaron, die Dose mit den Suchleckerchen und diverses anders), aber genau das soll sie nicht da die Tasche für alle Hunde tabu ist. Ich habe "zurück" gesagt und sie sachte mit der Hand an der Brust rückwärtes gedrängt.

Sitz und Platz waren absolut einfach. Immer wenn sie sich setzte gabe es das entsprechende Kommando, "sitz". Genauso wenn sie sich legte, gab es ein "Platz".

"Steh" üben wir auch gerade ein. Wäre eigentlich unnötig da sie "Halt" kennt, aber ich möchte ihr beibringen auf Entfernung "sitz" "platz" und "steh" abwechselnd auszuführen ohne dabei in meine Richtung zu gehen. Das "Halt" gilt auch nur für Bordsteinkanten und dergleichen. Steh üben wir momentan einfach so, dass immer wenn sie steht ich ihr dies Kommando sage und sie belohne. Der nächste Schritt ist dass ich sie sitzen lasse, ein Leckerchen vor die Nase halte und dies nach vorne ziehe so dass sie aufstehen muss. Zeitgleich sage ich "steh" und wenn sie steht gibt es sofort die Belohnung.

Such ist auch ein wunderbares Kommando. Jamie jedenfalls sucht gerne Dinge. Am liebsten ihren Ball wenn ich den extra fies irgendwo ins Gebüsch werfe. Zu sehen wie intensiv sie ihre Nase da einsetzt ist fantastisch. Fährten wäre sicher was für sie, aber das wird noch kommen. Ich möchte sie nicht überfordern mit zu vielen neuen Dingen.

Das Unabdingbare ist natürlich das "Hier". Ich habe das Wort genommen weil Aaron es auch kennt. Und ihn mal wieder für eine Jamie-Übung eingespannt, es ausgenutzt dass sie ihm immer folgt. Und damit Jamie es noch deutlicher hört was ich meine, habe ich den alten Trick benutzt wegzulaufen mit lautem Getrampel wenn ich "hier" rief. Sah zwar bescheurt aus wenn ich trampelnd über den Weg lief, aber nur so konnte Jamie hören dass ich in eine andere Richtung rannte. Da sie nicht nur auf Aaron alleine fixiert ist war dies relativ einfach und sie folgte mir sofort. Natürlich kam auch bei Jamie die Phase des *ichwillnixhören*, aber auch das überstanden wir ganz gut.

Mehr über den genauen Trainingsaufbau einzelner Kommandos und Abfolgen findet man unter folgender Seite: Training

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Integration eines normalen Hundes in ein blind-normal gemischtes Rudel

Aufgrund schwerer Krankheit einer Nachbarin musste damals ihr Hund vorübergehend bei uns einziehen. Max, Terrier-Mix, 10 Jahre alt, war immer Einzelhund. Dazu kommt das er nie Grenzen kennengelernt hat, immer der kleine Prinz zu Hause war und sich anderen Hunden nur ungerne (eigentlich fast nie) unterordnet.

Bevor die Nachbarin in Reha musste holte ich Max zu täglichen gemeinsamen Spaziergängen ab bevor er dann für 3 Wochen bei uns einzog. Im Vorfeld wußte ich aus Erfahrung mit Max das er Jamie nicht "mochte". Bei den wenigen Malen die wir uns trafen hat er Jamie immer angeknurrt und die Zähne gezeigt. So waren alle meine Antennen beim ersten Gassi ausgefahren. Jamie, Aaron und Kimba liefen frei. Max nahm ich zur besseren Kontrolle an die Leine. Jamie hörte und roch direkt das da plötzlich noch jemand ist, lief zu Max und bevor er auch nur ansatzweise dazu kam die Zähne zu zeigen lobt ich ihn dafür das er einfach nur da stand. Ein scharfes "Lass es" in dem Moment zu sagen wenn er fletscht wäre kontraproduktiv da Jamie ja meine Worte ebenfalls hört. Mit "Lass es" wäre sie nämlich für ihr freundliches annähern gestraft worden. Max reagierte auf meine freundlichen Worte und drehte lediglich den Kopf zur Seite als Jamie sich im näherte. Ich lockte Jamie dann auch direkt weg von ihm damit Max erstmal verarbeiten konnte das Jamie ein nettes Mädel ist. So verlief der gesamte Spaziergang damit ab, Max immer im Vorfeld für gezeigtes freundliches Verhalten zu loben. Nach nur ein paar Tagen konnte ich Max sorglos mit meinen Hunden frei laufen lassen. Ab und an rempelte Jamie ihn beim laufen aus Versehen an und auch hier, bevor Max reagieren konnte lobte ich ihn. Draußen war kein Problem mehr. Die Spaziergängen verliefen entspannt, naja bis auf die Tatsache das Max andere Hunde mobbt und einen netten Jagdtrieb hat. Deshalb kam er sehr oft an die Leine. Er hörte zwar immer besser auf mich, aber Jamie war überaus irritiert wenn ich ein scharfes "Max Nein" losließ. Sie fühlte sich immer angesprochen, denn den Namen Max hatte sie bis dato noch nicht mit dem kleinen Neuzugang in Verbindung gebracht.

Das änderte sich im Laufe der Woche. Immer wenn wir Max abholten oder sie nahe bei ihm war, nannte ich seinen Namen. Sie verstand dann recht zügig das Max der kleine Terror-Krümel ist der sie nicht leiden kann. Max konnte Jamie weiterhin nicht einordnen. Man konnte sehr deutlich sehen das es an ihrer Blindheit lag. Der starre Blick und natürlich auch ihre imponierende Haltung. Rute grundsätzlich nach oben gerichtet und fast immer in T-Stellung vor ihm. Max reagierte dann anstatt mit knurren/fletschen indem er einfach wegging. Das habe ich belohnt und gleichzeitig Jamie davon abgehalten hinter ihm her zu laufen. So vergingen dann die meisten Tage. Nun, wo Max nur noch 4 Tage bei uns ist, änderte sich auf einmal etwas. Max ließ es zu das sich Jamie im Garten ihm näherte. Er lag auf der Wiese, Jamie ging zu ihm und wedelte. Dabei beschwichtigte sie ihn gleichzeitig mit Kopf wegdrehen und sich über die Nase lecken. Max lag wie angewurzelt da und reagierte nicht. Mein kleiner Psycho :-)). Jamie legt sich dann hin und robbte langsam in seine Richtung. Dann war sie ihm ganz nah und leckte sein linkes Ohr. Das war so niedlich, all ihre Bemühungen der letzten Woche haben ein wenig gefruchtet. Max blieb liegen und man konnte förmlich sehen wie sein Gehirn qualmte. So einen intensiven nahen Kontakt hatte er bis dahin noch mit keinem anderen Hund gehabt. Es war aber auch nur von kurzer Dauer, denn er zog die Lefzen hoch und ich rief Jamie daraufhin zu mir. Hätten wir noch mehr Zeit gehabt, ich bin mir sicher das Max bald einen völlig normalen Hundekontakt zulassen würde. Ich war aber bereits sehr froh darüber dass es im normalen Zusammenleben keinerlei Probleme mehr gab. Meine blinde Miss Jay hat das schon prima hinbekommen.