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Weil es ganz normale Hunde sind. Mitleid ist etwas was diese Hunde ganz sicher nicht brauchen.
Im Gegenteil, fängt man an sie aufgrund ihres Handicaps zu "betüdeln" bekommt man, wie bei
jedem anderen Hund auch, ganz schnell die Quittung. Sie müssen genau wie jeder andere Hund
auch, erzogen werden und brauchen artgerechte Beschäftigung. Natürlich muss man sich hier auf den
jeweiligen Hund einstellen und herausfinden was ihn auslastet und ihm Freude macht. Ein blinder
oder tauber Hund kann Agility machen, ein 3-beiniger dagegen nur schwer. Fährten können sie alle.
Obedience, Clickern, Dogdance und was es noch alles gibt ist gar kein Problem. Nur die Art und
Weise es einem Handicap Hund beizubringen ist der einzige Unterschied zu einem Normalen Hund.
Auch in der Haltung gibt es kaum Unterschiede. Alle brauchen Futter, Schlafplatz, Spielzeug und
was das Hundeherz sonst noch begehrt.
Ich habe damals nicht bewußt nach einem Handicap Hund gesucht. Um ehrlich zu sein, ich habe nicht
im leisesten daran gedacht dass es behinderte Hunde gibt. Das Wissen um sie war natürlich da, aber
nicht präsent genug um mich gezielt für einen zu entscheiden. Mein damaliger Gedanke war einfach, das
ist zu viel Arbeit, die Zeit habe ich nicht (da schon zwei Hunde vorhanden waren die ebenfalls
viel Aufmerksamkeit brauchen), die Kosten für Tierarzt sind sicher zu hoch, der Hund muss doch
immer an der Leine bleiben, etc... Und das ist sowas von FALSCH! Natürlich hatte ich damals
Angst vor der Aufgabe die mit Jamie´s Einzug hier verbunden sein wird. Schon der zweite Spaziergang
mit Jamie ließ meine Vorurteile schwinden. Nach nur 5 Minuten machte ich sie von der Leine los. Das
ist jetzt nicht generell zu empfehlen! sondern war nur in meinem Fall das Richtige. Jamie war einfach
auf Nähe bedacht und lief nie weiter vor als es meine Jungs taten. Jetzt, wo Jamie aufgepäppelt ist
und ohne Schmerzen lebt, macht sie auch nicht mehr Arbeit als ein normaler Hund. Vorher ja, da
sie wirklich extreme Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchte.Und die TA-Kosten waren hoch, aber das
lag nicht an ihrem Handicap, sondern daran dass sie mißhandelt wurde. Ihre Blindheit verursacht
keine Kosten. Sie braucht keine Augensalben oder andere Medikamente.
Es gibt aber etwas was einen Handicap Hund besonders auszeichnet. Die Bindung zu ihm ist etwas
spezielles, viel intensiver und auf Gegenseitigkeit bedacht. Für uns steht jedendfalls fest, ein
Handicap Hund wird bei uns immer ein zu Hause finden.
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Martina und ihre taube Lissy
Dass ein Handicap Hund zu uns gekommen ist, war eigentlich Zufall oder Schicksal, wie immer man
das auch sehen mag. Angefangen hat es bei uns eher "normal". Die Mädels quälten mich schon seit
Jahren, dass sie so gerne einen Hund hätten. Im Jahr 1999 war die Situation dann so, dass es endlich
soweit war, dass alles stimmte und Flöckchen zog als Welpchen bei uns ein.
Ein Jahr später kam von Anna (Collies und Shelties in Not) ein mehr oder weniger panischer Anruf,
dass sie für Flöckchen's Wurfbrüderchen dringend eine Pflegestelle oder ein neues Zuhause suchen würde. Wir haben spontan zugesagt, den kleinen Pucki als Pflegehund zu uns zu nehmen. Nun ja, das hielt nur wenige Tage, dann hatte er ein endgültiges Zuhause
Nun war eigentlich unsere Familienplanung, was Hundis betraf, abgeschlossen.
An einem Sonntag im September 2001 schaute ich dann Tiere suchen ein Zuhause. Dort wurde Lissy
vom TH Lingen vorgestellt. Ich wusste nur, dass sie unser Hund war und rief sofort nach der Sendung
im TH an. Nun, sie war taub - wir empfanden das nicht als schlimm oder dramatisch, war halt einfach
nur taub .... mehr Gedanken haben wir daran nicht verschwendet - keiner von uns.
Von Anfang an hatten wir überhaupt keine Probleme mit ihrer Taubheit. Wir alle lernten schnell
voneinander und konnten uns in kurzer Zeit auch gut verständigen.
Eigentlich sehen wir Lissy gar nicht als Handicap Hund an .... - das machen nur andere.
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Ina und die blinde Dolly
Eigentlich habe ich nicht direkt nach einem Hund mit Handicap gesucht, eigentlich hab ich gar
keinen Hund gesucht, da ich bereits 3 Hunde habe.
Pflegehunde, ja, sie kreuzen unseren Weg öfter, mal mit, mal ohne Handicap, aber es waren eben
Pflegehunde. Ich glaube aber, daß genau durch diese Pflegehunde mein Herz für das "BESONDERE" zu
schlagen angefangen hat.
Durch einen Pflegling mit Handicap lernte ich Bine kennen und ich lernte Bine´s gehandicapte Hundis
kennen und ich lernte viel über die ganze Problematik, dessen Ausmass ich mir vorher nicht bewusst
war und daß obwohl ich schon viele Jahre Hundehaltung auf dem Buckel habe.
Dann, ebenfalls durch Bine, lernte ich das Handicap Hunde Forum kennen...
Ich weiss es nicht, ich weiss es wirklich nicht warum dann Hund Nummer 4 zu uns kam.
Hund Nummer 4, unsere Dolly, alt und blind und irgendwie wollte sie niemand, nur ich, ich hatte mich
von dem Tag an, an dem Katja mich auf die Maus aufmerksam machte, in diesen Hund verliebt.Das war
glaub ich irgendwie im Dezember 2004. Jeden Tag "besuchte" ich Dolly im Internet, dachte:Ina Du
spinnst, machte mir 1000 Gedanken - viel zu viele, Mensch ist halt manchmal etwas "kompliziert"...
Irgendwann im März fand ich dann den Mut mit Dollys Orga kontakt aufzunehmen, dies geschah per Mail,
in der ich mich und meinen Zoo auch ausgiebig vorstellte.Rumsbums schellte das Telefon und es folgte
ein super nettes, offenes und langes Telefongespräch.
Nach erfolgter Vorkontrolle fuhren wir den weiten Weg um Dolly kennenzulernen.Was soll ich sagen?
Dolly kam, Ina sah und Dolly siegte
Ich war total verstrahlt von diesem Wesen und mein Mann hatte nur noch Gedankenblasen voller Herzchen
über dem Kopf schweben.
Ich könnte mir ein Leben ohne Dolly nicht mehr vorstellen. Sie ist blind, na und? Wen interessiert
das? Dolly jedenfalls nicht! Dolly hat keine Probleme mit ihrer Blindheit, strotzt vor
Selbstbewusstsein und Lebensfreude und beweist jeden Tag aufs neue, daß es keine Probleme sondern
nur Lösungen gibt.
Dolly ist ein wundervolles Wesen, wen interessiert da ob sie blind, taub oder sonstwie "anders" ist -
uns ist das egal und oft genug vergessen auch wir, daß Dolly auf manche Menschen erschreckend wirkt,
weil sie "anders" ist.
Mir ist es Wurscht, wenn mich Menschen ansehen als ob ich nicht ganz beeinander bin nur weil ich mit
einer Glocke am Hosenbein herumlaufe damit Dolly hört wo ich bin. Manche trauen sich dann mich
anzusprechen und werden "aufgeklärt", andere schauen nur doof, aber das ist mir echt egal.Jeder
von uns oder jedes Tier kann in die Situation geraten gehandicapt zu werden, darüber sollte man
einmal nachdenken...
Nicht die Hunde sind behindert sondern wir Menschen sind es, die die
Tiere behindern.
Dem ist eigentlich wirklich nichts mehr hinzuzufügen.
Ich habe gelernt, das "Besondere" zu sehen und ich denke wir werden immer den einen oder anderen
gehandicapten Hund haben.
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Katja und die 3-Bein Gang
ja, warum einen Hund mit Handicap...??
Grundsätzlich hatte ich schon immer einen Hang zu denen, die sonst keiner wollte - alt,
krank, behindert, das waren die Hunde, bei denen ich besonders genau hingeschaut habe.
Bei Fips, meinem ersten "wirklich" behinderten Hund, waren wir zwar schon bewußt auf der Suche
nach einem Zweithund, aber der sollte eigentlich mindestens ein zweistelliges Alter haben. Nun hat
ja auch jeder bei der Hundesuche gewisse Rahmenbedingungen, die erfüllt werden müssen damit man auch
glücklich miteinander wird, bei mir ist zum Beispiel Katzenverträglichkeit Vorraussetzung. Das TH
hatte keinen "passenden" Hund in der Vermittlung, wir wollten nichts überstürzen und haben erstmal
eine Patenschaft übernommen. Und wie es der Zufall so wollte, war unser Patenkind gemeinsam mit Fips
im TH-Büro untergebracht, ich bin ihm also zwangsläufig ständig begegnet. Da war er also, dieser
arme behinderte Hund, der eher kroch als lief und sich kaum mehr als fünf Minuten am Stück
fortbewegen konnte - das war seine eine Seite, die aber nur zu einem Bruchteil den eigentlichen
Fips ausmachte.
Ich hab aber eigentlich von unserer ersten Begegnung an viel mehr das kleine verdammt
niedliche Kerlchen mit dieser unbändigen Engergie gesehen, das mit jeder Faser seines Körpers einfach
nur "ich WILL, ich KANN und ich WERDE" ausstrahlte. Und so kam was kommen mußte. Bei jeder Gelegenheit
quetsche ich die TH-Leiterin über ihn aus, die mir aber immer recht geschickt auswich, schließlich
war ihr Baby - so nennt sie ihn auch heute noch - eigentlich gar nicht zu vermitteln. Da hatte sie
die Rechnung aber ohne mich gemacht, ich kann verdammt hartnäckig sein und so bekam ich schließlich
das beste Dreibein der Welt und damit eine Aufgabe, an der ich in den nächsten Monaten manchmal fast
verzweifeln, aber auch wachsen sollte.
Fips hat den Weg für Biene geebnet und ohne ihn wäre sie heute lange nicht so weit wie sie es ist.
Ich hatte zwar anfangs nur ein paar Fotos gesehen, aber ich wäre nicht den ganzen weiten Weg gefahren,
wenn ich mir nicht irgendwie schon sicher gewesen wäre, dass sie die Richtige ist. Und beim ersten
Kontakt Auge in Auge sollte sich das auch bewahrheiten, sie war sofort MEIN Hund, obwohl ich sie nicht
mal berührt hatte bis dahin. Dass sie drei Beine hat spielte nie eine Rolle, sie hätte auch genauso
gut alt oder krank oder sonst was sein können, vollkommen egal.
Ich muß nicht unbedingt einen jungen gesunden Hund haben, viel wichtiger ist mir dieses Gefühl der
Verbundenheit, dieses "da bist du ja endlich, ich hab dich mein Leben lang gesucht", wenn ihr
versteht was ich meine. Mein Bauchgefühl muß mir sagen, dass wir uns gegenseitig das geben
können was wir brauchen - da kann mir ein Hund noch so leid tun, wenn das nicht da ist würden wir
nicht glücklich miteinander. So intensiv wir vielleicht auch nach einem Hund suchen, eigentlich
sind es glaube ich sie, die uns finden. Wenn wir nur ein bißchen in uns hineinhören wird der
richtige Hund zum richtigen Zeitpunkt in unser Leben treten, da bin ich mir sicher. Und wenn es
dann ein Hund mit Handicap ist, dann ist es eben so. Wir können so vieles von ihnen lernen,
wir müssen sie nur annehmen wie sie sind.
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Britta und der blinde Pongo
Ich bin zu Pongo auch gekommen wie die Jungfrau zum Kind!! Eigentlich wollte ich über die
Dalmatinerhilfe nur einer Notnase ein vorübergehendes Zuhause geben. Dann wurde ich angerufen,
dass ein blinder knapp dreijähriger Rüde in einem Garten gehalten wird, ob ich ihn nehmen würde!!
Trotz starker Bedenken meiner besseren Hälfte habe ich ja gesagt. Auch ich war sehr unsicher,
wie es mit einem blinden Hund sein würde, aber als ich Pongo das erste Mal sah war es fast schon
um mich und meiner Familie geschehen. Daher war schon bald klar, dass er bleiben wird!!
Ich muß ganz ehrlich gestehen, meine Umwelt hat nicht sehr positiv auf die Ankündung einen
behinderten Hund zu mir zu nehmen reagiert. Ich mußte mir viele Vorurteile anhören, bekam solche
Sprüche wie "was willst Du mit so einem Krüppel" zu hören. Pongo aber hat allen Mäklern innerhalb
kürzester Zeit gezeigt wie Unrecht sie haben. Durch seine Lebensfreude, sein einnehmendes Wesen und
auch durch seine Sicherheit mit der er sich bewegt, hat er seinen größten Kritiker (meinen Vater)
zum Umdenken gebracht, so dass er sein Vorurteil den behinderten Hunden gegenüber vollends revidiert
hat!!
Auch wurde mir von anderen Hundehaltern zwischenzeitlich gesagt, dass sie sich dadurch das sie
Pongo kennengelernt haben, ebenfalls vorstellen könnten einem Handicap-Hund ein zu Hause zu geben.
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Elli´s blinder Weg
Am 11. November 2001 fegte ein Unwetter über die Insel und bescherte uns tausende umgestürzter
Bäume, eingerutschter Mauern und 6 Tage ohne Strom. Ca. 5 Tage später stand sie morgens vor der
Gartentür: Elli.
Mager, aber offensichtlich gesund.
Nach dem Frühstück ging mein Mann mit Romeo spazieren - wie immer. Die Kleine folgte ihnen,
wenn auch mit einigem Abstand. Romeo - unser Mischlingsrüde - war sofort begeistert. Am Abend
saß sie immer noch draußen. Da es kalt war, hielt ich es nicht mehr aus und ließ sie rein.
Hopps, sprang sie auf die Couch und das war von da an ihr Lieblingsplatz. Sie machte riesige
Augen über die vielen Stofftiere von Romeo und sammelte erst mal die meisten neben sich aufs
Sofa. Das Näpfchen fraß sie in 10 Sekunden leer.
Wir gingen mit ihr zum TA, der sie auf ca. 18 Monate schätzte und feststellte, daß sie schon
mal Welpen gehabt hatte. Niemand hat je dieses kleine Mäuschen gesucht.
Im Herbst 2002 wurde bei Elli festgestellt, daß sie Leishmaniose-positiv ist. Wir mußten ihr
3 Wochen lang jeden Tag eine ellenlange Spritze in den Nacken verabreichen, die sehr langsam
gegeben werden mußte. Auch in der letzten Behandlungswoche, als der Bereich im Nacken schon
ziemlich verspannt war, hat sie eigentlich ganz brav alles über sich ergehen lassen.
Sie zeigte auch danach nie Symptome der Krankheit und war immer ein sehr verspielter und
ausgesprochen fröhlicher kleiner Hund und ein Geschenk des Himmels für uns alle.
An Neujahr dieses Jahres fing es an mit Schmerzen im Nackenbereich, so daß sie kaum noch
gehen konnte. Div. Spritzen halfen nach einigen Tagen, doch der TA sagte schon, es könne
sein, daß die Krankheit ausbricht jetzt.
Am 27. Juli fiel mir auf, daß sie an meiner Hand vorbeistupste und das Leckerchen nicht fand.
Schon 1 Tag später war ich mir sicher, da ist nicht mehr viel! Am 29. Juli in der Klinik
kam die Diagnose: vollständig und irreparabel erblindet. Ursache entweder die Leishmaniose
oder ein Tumor im Kopf. Die ersten Tage habe ich nur geheult, sie ist doch gerade erst 5 Jahre alt!
Sie stieß überall an, klemmte dann die Rute ein oder geriet in Panik und versuchte, unter
den Hindernissen hindurchzukriechen. Wie das aussieht, wenn das Hindernis nur 10 cm über
dem Boden ist, brauche ich nicht zu erklären. Es riß mir das Herz heraus.
Dann ging es von Tag zu Tag besser. V.a. draußen. Sie hörte auf meine Kommandos,
lernte sehr schnell "Vorsicht" , dann wurde sie langsamer und "guckte" mit der Nase.
Und um im Haus von der Küche über den Gang ins Wohnzimmer zu kommen, dockte sie einfach an
der Wand an und ging dann "immer an der Wand" lang. Wir waren wieder sehr optimistisch.
Fast genau 3 Wochen nach der Diagnose hörte sie plötzlich gar nicht mehr auf mich. Sie hatte plötzlich einen ganz starken Drall nach links. Sie traf das Wasser- und Futternäpfchen nicht mehr, sondern immer nur links dran vorbei. Wir mußten sie ans Sofa anlehnen, damit eben "noch weiter links" nicht geht. Das ganze Gesicht war verzerrt. Zu dieser Zeit war hier überall Fiesta und alles geschlossen, so daß wir erst Tage später zum TA konnten. Er stellte fest, daß irgendetwas im Gehirn (Tumor?) für die Koordinationsprobleme verantwortlich sein mußte. Mittlerweile fiel sie fast um beim Aufstehen und hatte auch Schmerzen. Der TA gab ihr ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum und schickte uns zu einer Spezialklinik in Palma. Dort sollte Gehirnflüssigkeit entnommen werden.
So fuhren wir am 1. September bei einer Bullenhitze mit der kleinen entkräfteten, blinden Maus 1
Stunde nach Palma. Man machte viele Tests mit ihr, alle in meinem Beisein. Dann sagte der Arzt,
wir sollen jetzt gehen und in drei Stunden wiederkommen. Das war der Moment, als ich
zusammengebrochen bin. Ohne meine Kleine aus der Klinik, nicht genau wissen, was man mit
ihr macht, sie ist doch blind, kennt sich nicht aus und ich bin nicht da! Es war einfach
furchtbar, zumal die Tage vorher schon an den Nerven zerrten.
Wieder zurück sagte man uns, man hat eine starke Einblutung hinter den Augen
festgestellt und eine schwere, daraus resultierende Entzündung im Kopf. Ursache unbekannt,
vielleicht ist sie doch gegen irgendetwas geknallt, als wir mal nicht zuhause waren.
Sie erhielt eine Spritze mit einem sehr starken Medikament gegen die Entzündung.
Es war fast immer jemand bei ihr, aber manchmal mußte ich eben doch weg und war immer krank vor
Sorge, was ich vorfinde, wenn ich heimkomme.
Alles ging gut. Sie erholte sich zusehends. Sie ging wieder mit uns spazieren und wurde
wieder fröhlich. Die Orientierung im Haus hatte sie zwar wieder völlig verloren, so daß wir
wieder ganz von vorne anfangen mußten, aber mittlerweile geht es wunderbar.Sie verläßt
sich blind (jetzt weiß ich woher dieser Ausdruck kommt) auf meine Stimme, spielt wieder und
blödelt mit Romeo rum. Seit einiger Zeit springt sie auch wieder aufs Sofa und ist ganz glücklich,
daß sie ihren Lieblingsplatz wieder hat.
Vor 1 Woche ist sie sogar die ganze Treppe hochgegangen (16 Stufen) und (mit meiner Hilfe)
wieder herunter. Per clickertraining arbeiten wir geraden an den Kommandos "rechts und "links"
und es macht ihr alles einen Riesenspaß.
Was uns weiter Sorgen macht, sind die ständig wiederkehrenden Gehprobleme, welche den
Verdacht auf einen Tumor erhärten. Mittels Akupunktur konnten wir ihr immer wieder Besserung
verschaffen.
Dieses kleine Geschöpf mit dem lieben Gesicht und dem etwas unförmigen Körper hat uns schon
so viel Freude gemacht mit ihrer Fröhlichkeit und der übergroßen Liebe, die sie zum Ausdruck
bringen kann.
Wir hoffen für sie, daß alles weiterhin gut geht, leben zwar in ständiger Furcht vor weiteren
Gehstörungen , aber wir sind uns einig, daß unser Sensibelchen Romeo das alles nicht so gut
weggesteckt hätte, wie unsere Elli, die kleine, ganz große Kämpferin.
....
Danke Usch dass ich Deinen Text über Elli hier einstellen darf.
Update von mir:
Mitte Mai flog Usch mit Elli nach Barcelona in eine Tierklinik, weil es Elli zusehends
schlechter ging. Elli wurde komplett durchgecheckt und am 19.5.2006 wußten sie endlich
was Elli fehlt. Elli hat Staupe welche für die ganzen Symptome die sie zeigte verantwortlich
ist. So wie es scheint wurde der Schub durch eine Impfung ausgelöst die zeitlich dazu im
passenden Rahmen lag. Zudem hat sie noch Neosporosis welches durch Medikamentengabe
ausgeheilt werden kann. Auch für die Staupe bekommt sie Medikamente, die zwar nicht heilen
können aber ihr helfen wieder ein normales Hundeleben zu führen. Die Blindheit wird jedoch
bleiben, was aber in Anbetracht der Umstände völlig nebensächlich ist. Denn Elli kann nun
laufen ohne umzufallen, ist munter und lebhaft und hat mächtig viel Freude am Leben.
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