Zu wissen, wie man etwas macht, ist nicht schwer. Schwer ist nur, es zu machen. (chinesisch)



Training

Hier möchte ich Euch einen kleinen Eindruck in unser Training gewähren. Jamie und ich lernen gemeinsam voneinander und es macht jeden Tag aufs neue Spaß mit ihr zu arbeiten.

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Fuß laufen

haben wir folgendermaßen aufgebaut.:
Vorweg....Die Leine sollte grundsätzlich niemals Zug ausüben und immer locker herabhängen. Es soll nicht geruckt werden, es gibt da andere Methoden den Hund aufmerksam zu halten!
Den Hund an der linken Seite absitzen lassen. Ein Leckerchen in der linken Hand halten und den Hund dies riechen lassen. Die Hand sollte so gehalten werden dass der Hund mit seinem Kopf kurz vor unserm linken Knie ist. Mit Kommando "Fuß" losgehen, das Leckerchen dem Hund vor die Nase halten und sobald er 2-3 Schritte Fuß gegangen ist, sofort das Leckerchen geben und verbal loben.



Mit Hilfe des Clickers kann man man den Hund bereits für die ersten 2 Schritte loben. Voraussetzung ist dass der Hund auf den Clicker konditioniert ist, sprich, dass er weiß Click = gut gemacht = Belohnung.
Die Belohnung nach der vollbrachten Übung muss auf den Hund abgestimmt sein. Jamie liebt es wenn man sie verbal lobt, genauso mag sie Leckerchen und am liebsten ihren Ball als Belohnung. Letzteren sezte ich nur ein wenn wir danach nicht mehr weiter üben, da ein Ballspiel sie aufdreht und Jamie danach an nichts anderes mehr denkt als an ihren Ball.

Inwieweit man täglich übt und die Schrittfolge "bei Fuß" erhöht kommt auf den eigenen Hund an. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln ob der Hund noch weiter lernen mag oder ob er gesättigt ist. Dies ist wichtig um Mißerfolge zu vermeiden. Sollte es so kommen und eine Übung ist mit Mißerfolg gekennzeichnet, als Abschluss dann etwas machen was der Hund ganz sicher kann. Dies gibt dem Hund ein Gefühl der Bestätigung und ist auch für uns ganz wichtig. Was zählt ist nur dass man mit einer gelungenen Übung das Training beendet.

Bei lernwilligen Hunden, wie Jamie eine ist, gebe ich den Tipp mehrmals täglich kleinere Übungen zu vollziehen und bereits dabei die Schrittfolge zu erhöhen. Wir begannen mit 2-3 Schritten und kamen Abends auf gute 15 Schritte bei Fuß. So ungefähr sollte es dann aussehen:



Sollte der Hund nicht eng genug gehen bzw. seitlich abdriften hilft es zu Beginn an einer Mauer oder ähnlichem Hindernis entlang zu laufen. Dazu muss man dem Blindi aber erstmal den Kontakt zum Hindernis zeigen damit der Hund merkt, neben mir ist was. Um nicht an das Hindernis zu gelangen wird sich der Hund an uns orientieren und enger am Bein laufen. Bitte aufpassen dass der Abstand zwischen Hindernis-Hund-Mensch nicht zu klein ist, sonst könnte genau das Gegenteil geschehen und der Hund versucht nach vorne durchzubrechen da ihm die Enge unangenehm ist.

Zum Fuß gehen gehört auch das Winkel laufen. Man geht geradeaus und dreht sich dann in einem 90 Grad Winkel nach links oder rechts. Das Winkel laufen ist etwas schwerer als geradeaus Fuß zu gehen. Man muss dem Hund ansagen dass es jetzt rechts oder links rum geht und ihn nah bei sich halten.

Beim Links-Winkel bekam ich den guten Tip einer Trainerin von unserem Hundeplatz, Jamie vorher ein leiser "ksss" zu flüstern damit sie weiß dass es jetzt nach links geht. Unser Problem war, dass ich Jamie immer mit dem linken Bein geschubst habe. Geübt haben wir das dann zu Hause im Garten. Ich habe Jamie links neben mir sitzen lassen. Dann ein "kss" gesagt und gleichzeitig ein Lecker nach links weg geführt und bin Jamie dabei mit meinem Bein gefolgt, so dass der Kontak erhalten bleibt. Danach sind wir ein Stück gerade gegangen und dann mein "kss" und der Winkel nach links. Anfangs immer mit Leckerli in der linken Hand. Mittlerweile machen wir es auf dem Hundeplatz ohne Leckerli und es klappte schon sehr gut. Jamie hat gelernt auf meine Beinbewegung zu achten und spürt teilweise (wir üben noch) im Vorfeld dass ich nun nach links abdrehen werde.


Beim Rechts-Winkel muss man nur darauf achten dass der Hund einem folgt. Ich benutze da ein Schnalzgeräusch kurz bevor ich nach rechts abdrehe. Hier sieht man sehr gut dass Jamie noch Probleme hatte mir eng zu folgen...



In ihrem Gesicht kann man aber auch sehr gut den Eifer sehen bloß nicht den Anschluss zu verpassen. Ich bin bei dem Foto sehr schnell gegangen und habe das Schnalzgeräusch für Rechts-Winkel einen Moment zu spät gegeben. Timing ist alles :-)

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Gruppe

Personen stehen im Rechteck mit ca. 3m Abstand zueinander und bewegen sich langsam indem sie im Rechteck gehen. Man steht mit dem Hund außerhalb der Gruppe, mit Kommando Fuß in die Gruppe rein und eine acht um 2 Personen laufen. Danach bleibt man in der Mitte stehen und der Hund soll sich von alleine hinsetzen. Danach geht man nochmals eine acht um zwei Personen und bleibt dann in der Nähe eines Menschen stehen. Großartig üben musste ich das mit Jamie nicht, da sie sowohl das Kommando Fuß kennt wie auch sich sezten wenn ich stehen bleibe. Die fremden Personen haben sie nicht interessiert, da sie nur auf mich fixiert ist.

Ist der Hund bei dieser Übung anfangs unsicher, einen großen Bogen um die Personen laufen und den Teil, nahe beim Menschen stehen bleiben, auslassen. Mit langsamer Annäherung den Kreis enger ziehen und den Hund immer stark belohnen wenn er eine natürliche Gelassenheit zeigt. Die Übung langsam aufbauen und nur stetig steigern.

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Kehrtwendung

Eine Kehrtwendung ist relativ einfach. Es gibt zwei Arten, sich mit dem Hund an der linken Seite auf der Stelle nach rechts umzudrehen oder sich nach links eindrehen während der Hund um uns rumläuf. Man muss sich selbst nur schnell auf der Stelle umdrehen und laut an sein linkes Bein klatschen. Dem Geräusch folgend ist Blindi dann ganz schnell wieder an unserer Seite.

Etwas anderes ist das Einparken aus dem Vorsitzen heraus. Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten. Der Hund sitzt vor und er soll rechts an uns vorbeilaufen, hinter uns her um an unserer linken Seite ins Sitz zu kommen.

Wir üben allerdings eine neue Methode und zwar das einparken an linker Seite ohne hinter mir her zu laufen. Den Hund vorsitzen lassen. Vorsitzen übt man indem man dem Hund ein Leckerchen vor die Nase hält und es langsam zu sich zieht


und wenn der Hund uns fast auf die Füße tritt ein Sitz. Bei Hunden die diese Nähe nicht mögen die Übung auf der Erde gehockt aufbauen. Einfach hinknien und den Hund erstmal in die Arme locken, loben und spielen. Dann steigert man es langsam bis man sich auf einen Stuhl setzen kann und immer weiter bis zum stehen. Wichtig ist dass der blinde Hund lernt, eng vor Mensch zu sitzen ist was spitzenmäßiges. So ungefähr sollte es dann aussehen...



Das links einparken übt man dann am Besten mit einem Leckerchen das man dem Hund vor die Nase hält. Dann die linke Hand an unserer linker Seite vorbeiziehen und mit einem kleinen Bogen wo der Hund sich dann drehen kann



wieder nach vorne neben unser linkes Bein. Hund sitzen lassen, Leckerchen geben. Achtung, bei Hunden die sehr groß sind oder einen langen Rücken haben, den Bogen sehr weit ziehen. Wenn der Hund die Übung begriffen hat, wird er von sich aus einen kleineren Kreis ziehen um möglichst schnell an unserer linken Seite einzuparken.



und dolle loben. Da Jamie nur auf diese Weise neben mir die Grundstellung einnehmen soll nenne ich das Kommando einfach "Fuß".

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Sitz aus der Bewegung

Die Grundvoraussetzung ist, dass der Hund Sitz beherrscht. Einem blinden Hund dies beizubringen ist relativ leicht. Jeder Hund setzt sich irgendwann mal hin (wenn wir das Futter zubereiten und er wartend neben uns sitzt z.B.) und genau in so einem Moment, wo der Hund den Ansatz zeigt sich zu setzen, geben wir einfach das Kommando "Sitz". Sitzt er, loben. Das habe ich die ersten zwei Tage so gemacht und bin dann erst dazu übergegangen Jamie bewußt das Wort "Sitz" zu geben und gleichzeitig habe ich ein Lecker über ihre Nase hinweg nach hinten gezogen. Dem Lecker folgend setzen sich fast alle Hunde direkt hin. Klappt dies nicht und der Hund weicht nach hinten aus, kann man sich auch hier wieder ein Hindernis zu Hilfe nehmen das sich dann hinter dem Hund befindet. Die einzige Körperhilfe die ich noch zulässig finde ist, dem Hund dabei ganz leicht vom Rücken ausgehend zur Kruppe hin mit der Hand zu streichen. Aber ohne Druck! und niemals den Hintern des Hundes nach unten drücken. Und schon gar nicht sowas mit Leine üben indem man diese nach oben zieht. Das sind gewaltsame Methoden die im Vertrauen und der Bindung kontraproduktiv sind.

Weiter beim Sitz aus der Bewegung. Hört der Hund nun auf Kommando Sitz, gibt man es ihm und bleibt nur ganz kurz stehen, geht einen angedeuteten Schritt vor und sofort wieder zum Hund zurück. Blieb er sitzen ist ganz großes loben angesagt und die Übung ist beendet. Erst dann baut man es langsam weiter aus indem man nach dem Sitz-Kommando 1 Schritt weiter geht, dann 2, usw. und sofort wieder zum Hund zurück. Diese Übung dauert nicht sehr lange, knappe 6 Tage, dann hat unser Blindi schnell begriffen das Sitz auch bedeutet dort zu bleiben wo man ist ohne Mensch an der Seite.



Anfangs aber den Hund dann nicht zu lange sitzen lassen, gerade einem blinden Hund fällt es schwer allein dort zu bleiben und nur hören zu können dass wir weggehen. Sollte er während der Übung aufstehen, den Hund mitnehmen und wieder dahin setzen wo er ursprünglich saß. Kurz weggehen und wenn er sitzen bleibt, loben und spielen. Wie für alles gilt, ist eine Übung perfekt gelungen sofort aufhören und nicht weiter üben (loben nie vergessen).

Problemlösung:
Sollte es gar nicht klappen und der Blindi steht immer wieder auf kann man folgendes versuchen. Am Besten auf einem Spaziergang. Den Hund mit Geschirr und Leine sichern und ihn an einem Baum oder dergleichen anbinden. Kommando Sitz und dickes Leckerchen geben. Bleib sagen und hörbar einen Schritt nach vorne gehen. Sehr gut ist in dieser Situation der Clicker, denn sobald man einen Schritt nach vorne geht und der Hund sitzt, kann man den Click einsetzen. So weiß er dass er es genau richtig gemacht hat und bleibt sitzen. An der Stelle kann man ansetzen und immer weiter vom Hund weggehen und auf Entfernung den Clicker als Belohnung einsetzen.

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Platz aus der Bewegung

Es klappt auch hier erst, wenn der Hund verstanden hat was "Platz" bedeutet. Kennt er es gar nicht ist die meiner Meinung nach einfachste Methode die wie beim Sitz oben beschrieben. Jeder Hund legt sich mehrfach am Tag hin und das kann sich zunutze machen um der Handlung des Hundes einen Namen zu geben, das "Platz". Mit Leckerchen trainiert man dann gezielt weiter indem man es dem Hund vor die Nase hält und nach unten auf die Erde zieht. Liegt der Hund, Leckerchen geben und loben. Oder direkt Click+Lecker wenn er sich im Platz befindet.

Beim Platz aus der Bewegung habe ich mir anfangs den Clicker zur Hilfe genommen. Den Hund ins Platz bringen -Click+Lecker - dann "Bleib" sagen und einen Schritt nach vorne gehen. Sofort Click+Lecker, am Besten noch während man den ersten Schritt macht. Dies weitet man dann langsam aus indem man sich immer weiter entfernt. Bleibt der Hund liegen sofort ein Click. Das Leckerchen kann man ihm geben wenn man zum Hund zurück geht. Auch hier darauf achten dass der Hund nicht aufsteht, also am Besten beim auf den Hund zugehen nochmals Click und dann das Leckerchen. Will man keinen Clicker benutzen redet man einfach mit Blindi. So wie "fein Platz", "Bleib liegen" und immer mit Stimme loben (natürlich nur wenn Hund liegenbleibt). Sowohl Stimme wie auch Clicker sollten dann langsam abgebaut werden wenn der Hund verstanden hat was "Platz" bedeutet. Das Wort "bleib" sollte dann auch nicht mehr gegeben werden. Platz heißt, Platz und liegen bleiben, in einem.

Nun folgt der Teil wo wir Fuß gehen und dem Hund Platz sagen um selber weiter zu gehen. Um den Hund nicht zu verwirren kann man ihm anfangs eine Hilfe geben indem man beim Kommando Platz, ihm ein Lecker vor die Nase hält und dies zum Boden führt. Die meisten Hunde legen sich daraufhin sofort nieder. Fließend lässt man das Lecker zwischen die Vorderbeine fallen und geht weiter. Der Hund sollte nun liegen bleiben da er es aus der vorhergehenden Übung (s.o.) kennt. Auch hier nur 2-3 Schritte weiter gehen und sofort wieder zum Hund zurück. Das Abrufen aus dieser Situation sollte erst geübt werden wenn der Hund sicher liegen bleibt.



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Heranrufen mit Vorsitzen

Aus der Übung "Platz aus der Bewegung" wird der Hund herangerufen mit "Hier" und soll vorsitzen. Anfangs ist es besser man geht nur ca. 5m vom Hund weg. Kommando "Hier" geben (was der Hund antürlich kennen sollte) und ihn auf uns zulaufen lassen. Ich habe das "Hier" nur einmal gegeben, aber Jamie die Richtung mit einem leisen Summlaut gewiesen, damit sie weiß wo ich stehe. Kurz bevor der Hund auf uns trifft Kommando "Sitz" geben. Sitz der Hund schief vor, dies mit Hilfe von Leckerli und nochmals rückwärts gehen korrigieren. Sitzt er gut vor, loben und fertig. Nicht den Hund am Anfang in die Grundstellung rufen, das wäre zu viel auf einmal. Ebenfalls sollte man zu Beginn die Entfernung nicht erhöhen, erst dann wenn Blindi das korrekte vorsitzen zeigt. Inwiefern man die Hilfe mittels Summlaut abbaut, hängt vom Hund ab. Jamie kann mittlerweile anhand meiner Stimmentfernung schätzen wie weit ich weg bin und für den Rest nimmt sie die Nase um mich zu erriechen. Im Eifer des Gefechtes, weil Jamie diese Übung liebt, ist sie auch schon mehrfach mal in mich reingekracht oder sogar mal bereits sitzenderweise vor meine Füße geschliddert.
Fotos folgen...

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Ablage

Die Ablage ist eine schwere Übung. Der Hund soll ohne Leine liegen bleiben und nicht aufstehen. Man entfernt sich 30m vom Hund und stellt sich mit dem Rücken zum ihm hin. Die Ablage dauert so lange bis der andere Teilnehmer der BHP fertig ist, bzw. der Richter das Kommando gibt zum Hund zurück zu gehen.

Aufbauen kann man diese Übung in kleinen Schritten. Hund ablegen, weggehen und bis 30 zählen. Hingehen, loben und auflösen. Schrittweise in Abhängigkeit vom jeweiligen Hund erhöht man die Minutenzahl. Diese Übung kann sehr lange dauern, man muss bedenken wie schwer es für einen blinden Hund ist, die Geräusche um sich herum zu hören und sich lange Zeit nicht von der Stelle bewegen zu dürfen.

BHP am 3.10.07


Heute haben wir an der BHP des PHV 1913 Elberfeld e.V. teilgenommen. Jamie hat ihre Sache sehr gut gemacht und bestanden :-))

Fotos gibt es

HIER

und

HIER

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Obedience...was ist das?


Obedience hat ihren Ursprung in England und man nennt diese Sportart auch die hohe Schule des Gehorsams. Anders als bei der BHP läuft man hier kein festes Schema, sondern folgt den Anweisungen des Ringstewards der einem die Richtungen und Wendungen vorgibt. Untereilt wird in 4 Klassen:

  • Beginnerklasse
  • Klasse1
  • Klasse2
  • Klasse3 /FCI Klasse


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Beginner-Klasse


Die Beginner Klasse enthält folgende Übungen:

  1. Verhalten gegenüber anderen Hunden
  2. Stehen und Betasten
  3. Gebiss zeigen
  4. Ablage in der Gruppe
  5. Leinenführigkeit
  6. Freifolge
  7. Sitz aus der Bewegung
  8. Kommen auf Befehl
  9. Zurücksenden zum Platz
  10. Bringen
  11. Umgang Mensch-Hund


zu 1.
Inhalt:
Verhalten gegenüber anderen Hunden
Die Hundeführer stehen mit einem Abstand von 3 Metern nebeneinander in einer Reihe. Die Hunde sitzen neben uns in der Grundstellung. Jeder geht einmal der Reihen nach vor und hinter der aufgestellten Reihe her. Der Abstand darf hierbei nicht mehr als 1 Meter betragen. Der Hund sollte normal an den anderen Hunden vorbeigehen und sich nicht aggressiv oder störend verhalten.

Übung:
Diesen Teil müssen wir gar nicht groß üben. Wenn Jamie nur einmal das Wort "Fuß" hört vergißt sie alles um sich rum. Das wir eng an anderen Hunden vorbeigehen registriert sie dann nur nebensächlich. Wichtig ist ihr nur eins in dem Moment, was tuen wir als nächstes :-)

zu 2.
Inhalt:
Stehen und Betasten
Auf Hörzeichen "Steh" muss der Hund neben dem Hundeführer stehen bleiben. Auf Anweisung des Stewards stellt sich der Hundeführer schräg vor seinen Hund. Der Hund muss sich nun im Stand von allen Seiten vom Steward betasten lassen, indem er ruhig bleibt ohne sich zu winden oder zu drehen. Hierbei darf der Hundeführer mit seinem Hund reden, allerdings keine Kommandos sondern nur normale Sätze. Bewegt der Hund sich gering wird dies jedoch nicht als Abzug gerechnet. Auf Anweisung des Stewards geht der Hundeführer wieder neben seinen Hund und gibt das Hörzeichen zur Grundstellung. Der Hund muss gerade neben dem Hundeführer zum sitzen kommen.

Übung:
10.10.2007 - wir üben das Kommando "Steh". Klappt mit Hilfe von Leckerchen. Beim betasten weicht Jamie sofort aus und kommt zu mir. Beim nächsten Versuch rede ich beruhigend auf sie ein und lenke sie mit einem Leckerchen ab. Sie registriert das sie angefasst wird (ein leichtes streicheln über den Rücken), aber ist mehr an meinen Worten und der Fleischwurst interessiert. Diese Übung ist für Jamie überaus schwer, das sie sich nicht von fremden anfassen lässt. Besonders nicht von Männern. Aber es ist eine reine Gewohntheit und je öfter wir das üben desto einfacher wird es für sie. Dazu lernt sie ebenfalls das sie mir auch hier vertrauen kann und ihr nichts geschieht.


zu 3.
Inhalt:
Gebiss zeigen
Auf Anweisung des Stewards zeigt der Hundeführer durch Anheben der Lefzen des Hundes das Gebiss, wobei die Vorderseite des Gebisses geschlossen sein muss und die Seite vollständig sichtbar sein soll. Der Hund soll dabei sitzen.

Übung:
10.10.2007 - Jamie ließ sich von mir problemlos die Lefzen anheben. Da ich allerdings etwas ungeschickt war beim zeigen der Vorderzähne zappelte sie dann los. Jamie muss das nicht mehr üben, nur ich *g*.

zu 4.
Inhalt:
Ablage in der Gruppe
Die Hundeführer nehmen nebeneinander mit einem Abstand von ca. 3 Metern in der Position "Sitz" Aufstellung. Nachdem die Hunde abgeleint weurden und in die Position "Platz" gebracht wurden, entfernen sich die Hundeführer ungefähr 20 Schritte, halten an und drehen sich zu den Hunden um. Die Hunde müssen liegen bleiben. Wenn der Hundeführer seinen Hund verläßt, darf er das Kommando "Bleib"gebrauchen. Die Zeitnahme beginnt, wenn die Hundeführer ihren Platz auf der für diese Übung angegebenen Distanz eingenommen haben. Nach Ablauf der Zeit gehen die Hundeführer zu ihren Hunden zurück, nehmen den Hund in Grundstellung und leinen ihn an. Übung:
Durch das Training zur BHP kann Jamie mittlerweile im Platz verweilen ohne aufzustehen. Etwas nervös machen sie ab und an die mit ihr liegenden Hunde wenn von denen ein Geräusch ausgeht.

zu 5.
Inhalt:
Leinenführigkeit
Der Hund muss an der linken Seite des Hundeführers geführt, aufmerksam, an loser Leine, unmittelbar neben dem Hundeführer folgen (Schulter auf Kniehöhe) und zwar so, dass er diesen in keiner Weise bei seinen Bewegungen behindert oder bedrängt. Der Steward gibt Anweisungen in vorher nicht bekannter Reihenfolge:
- links (Winkel 90 Grad)
- rechts Winkel 90 Grad)
- halt (stehenbleiben und Hund muss sich ohne Kommando hinsetzen)
- rechtskehrt (Kehrtwendung vom Hund weg rechts rum)
- linkskehrt (Kehrtwendung in den Hund rein links rum)

Übung:
10.10.07 - Das laufen auf Anweisung ist gewöhnungsbedürftig für mich. Immer bedacht nicht links und rechts zu verwechseln. Jamie kann das durch das Training zur BHP recht gut. Woran wir noch feilen sind die rechts-Winkel und das rechtskehrt. Hierbei benutze ich weiterhin Fleischwurst und den Clicker. Desweiteren üben wir das sie mehr zu mir nach oben "schaut" (hört) beim Fußlaufen.

zu 6.
Inhalt:
Freifolge
Auf Anweisung des Stewards wird der Hund durch seinen Hundeführer abgeleint. Die Leine wird über die linke Schulter getragen und an der rechten Seite geschlossen oder um den Hals getragen. Es wird fortgefahren wie in Übung Leinenführigkeit. Der linke Arm darf hierbei leicht gebogen sein, jedoch nicht in der direkten Nähe, vor oder fest gegen den Körper gehalten werden.

Übung:
10.10.07 - Ohne Leine geht genauso gut wie mit Leine, da ich niemals über diese einwirke. Ab und an ist Jamie dennoch unaufmerksam und wir nutzen den Clicker, Stimme und Leckerchen.

zu 7.
Inhalt:
Sitz aus der Bewegung
Von der Grundstellung aus, geht der Hundeführer mit seinem frei bei Fuß folgenden Hund geradeaus. Nach 10-15 Schritten erhält er die Anweisung seinen Hund ins "Sitz" zu bringen. Der Hund muss die Anweisung schnell durchführen, ohne dass der Hundeführer seine Gangart unterbricht oder sich umsieht. Der Hund hat ruhig zu sitzen. Nach mindestens weiteren 20 Schritten bleibt der Hundeführer auf Anweisung stehen und dreht sich sofort zu seinem Hund um. Auf Anweisung des Stewards geht der Hundeführer zu seinem Hund zurück und nimmt an seiner Seite die Grundstellung ein. Auf Anweisung wird der Hund angeleint.

Übung:
10.10.07 - Diese Übung klappt immer perfekt. Jamie setzt sich sehr schnell hin und wartet aufmerksam. Wir üben dies schon im Rechteck, das heißt ich gehe im Viereck um sie herum und wenn ich bei ihr bin Kommando Fuß und weitergehen ohne stehen zu bleiben. Jamie liebt diess Übung.

zu 8.
Inhalt:
Kommen auf Befehl
Der Steward gibt dem Hundeführer die Anweisung, seinen Hund in einem Quadrat von 3 x 3 Metern (die sogenannte Box), welche von 4 Pylonen mit einem Band drumrum gekennzeichnet ist, in der Mitte abzulegen. Die Leine kann zu dem Hund gelegt werden. Auf Anweisung entfernt sich der Hundeführer ungefähr 15 Schritte vorwärts und dreht sich auf Anweisung des Stewards um. Wieder auf Anweisung, ruft der Hundeführer seinen Hund mit "Hier" oder "Komm". Der Hund muss das Hörzeichen sofort und ohne Zögern umsetzen und in einem schnellen Tempo in gerader Linie kommen und sich direkt vor den HF hinsetzen. Danach gibt der Hf das Hörzeichen zur Grundstellung.

Übung:
10.10.2007 - Das ist fast dieselbe Übung wie bei der BHP. Nur das es hier kein Platz aus der Bewegung ist. Diese Übung kann Jamie sehr gut. Die 15 Schritte zu mir schafft sie auch ohne ein weiteres Kommando. Wir üben nur noch das sie schöner vorsitzt und enger ins Fuß springt. Also die Feinheiten, das Grobe an sich können wir.

zu 9.
Inhalt:
Zurücksenden zum Platz
Der Hund sitzt nach der letzen Übung in Grundstellung. Auf Anweisung schickt der HF den Hund zurück in die Box. Zusätzliches Sichtzeichen (kurze Armbewegung) ist hier erlaubt. Der Hund muss dieses Hörzeichen direkt und ohne zu zögern befolgen in die Box zurückkehren und sich dort auf Kommando hinlegen, vorzugsweise dem HF zugewandt. Auf Anweisung begibt sich der HF zum Hund. Der HF lässt den Hund auf ein Zeichen sitzen. Der Hund wird nun angeleint.

Übung:
10.10.07 - schwierig für Jamie. Sie soll verknüpfen lernen das das Kommando "Box" bedeutet einfach geradeaus zu laufen bis ich sie ins Platz rufe. Die erste Übungsstunde haben wir folgendermaßen ablaufen lassen. Jamie saß neben mir bei Fuß. Unsere Trainerin hockte an der Box und klopfte mit einem Spielzeug auf die Erde. Als ich merkte das Jamie aufmerksam wurde sagte ich Box. Jamie lief los, während sie lief widerholte ich mehrmals das Wort "Box". Jamie lief zügig zum Geräusch. Als sie über das Band trat nahm unsere Trainerin das Spielzeug hoch und ich rief Jamie "platz" zu. Das kannte sie noch gar nicht, auf diese Entfernung, aber sie legte sich natürlich hin. :-) Als Belohnung bekam sie sofort von unserer Trainerin das Spielzeug was sie mir freudig brachte und wir zerrten damit eine Runde. Diese Übung haben wir in der Art noch 3mal widerholt, die Geräusche des klopfens dabei reduziert. Bin gespannt wann Jamie verknüpft hat was Box bedeutet.

zu 10.
Inhalt:
Bringen
Auf Anweisung legt der HF seinen eigenen Apportiergegenstand mind. 10 Meter in eine angegebene Richtung aus. Es ist erlaubt, zum Auslegen des Gegenstandes ein Wartehörzeichen zu geben. Der Hund muss neben dem HF sitzen bleiben, bis dieser ihm, auf Anweisung das Hörzeichen zum Apportieren gibt. Der Hund muss das Hörzeichen flott und auf dem kürzesten Weg ausführen. Während des Apportierens darf der Hund nicht an dem Gegenstand kauen oder nachfassen. Der Hund soll auf dem kürzesten Weg zum HF zurückkehren u nd sich direkt vor ihm setzen. Der Hund muss den apportierten Gegenstand festhalten, bis der HF auf Anweisung das Hörzeichen zum Loslassen gibt. Danach gibt der HF das Hörzeichen zur Grundstellung. Oder Hund sitzt nicht vor sondern kehrt mit dem Apportel sofort in die Grundstellung bei Fuß und gibt es dann auf Kommando aus.

Übung:
10.10.2007 - wenn Jamie eins kann, dann apportieren. Sie liebt es, so sehr das sie leider kreischend losprescht wenn ich "apport" sage. Durch dieses kreischen verliert sie die Orientierung und muss die Nase zu sehr einsetzen um das Apportel zu finden. Wir üben nun das sie in gerader Linie die 10m läuft. Ist schwer und den korrekten Weg haben wir noch nicht gefunden dafür. Das zurückbringen klappt einwandfrei, leider knautscht sie immens. Deswegen machen wir nun täglich in kleiner Einheit Haltetraining. Damit sie da keinen Frust bekommt gehen wir dafür ans Wasser. Nur wenn sie den Ball hält ohne zu kauen nehme ich ihn und sie darf schwimmen. Es hat nur 4 kleine Übungen gebraucht bis sie von selbst verstanden hat, nicht knautschden dann darf ich schwimmen. Vorsitzen mit festhalten kann sie. Alles miteinander zu vereinen wird noch dauern und bedarf viel Übung.

zu 11.
Inhalt:
Umgang Mensch-Hund
Diese Übung dient der Anregung, dass der Hund am Ende einer Übung ruhig belohnt wird. An dem Verhalten des HF und des Hundes wird beurteilt, ob zwischen den beiden die gewünschte Verständigung vorhanden ist. Der Hund soll alle Übungen fröhlich erarbeiten.

Übung:
Brauchen wir nicht üben, Jamie ist immer so eifrig, wer das nicht sieht ist blinder als Jamie :-))





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Agility - geht auch mit blinden Hunden


Wir hatten vor einiger Zeit die Gelegeneit gehabt und konnten auf einem Hundeplatz einen Agilityparcour benutzen. Fotos uns Erklärungen dazu befinden sich im folgenden Text. Die Fotos dazu sind bewußt klein gehalten wegen der Ladezeit.

Eine Übersicht aller Agility-Fotos kann man unter dem Link hier sehen:

KLICK

Die Sache mit dem Agility war ein einmaliges Ding. Jamie hat das zwar riesen Spaß gemacht, aber für ihre Knochen wäre die dauerhafte Ausübung dieser Sportart absolut schädlich da zu oft gesprungen werden muss. Es soll nur aufzeigen dass Agility auch mit blinden Hunden funktioniert. Die Übungen wo nicht gesprungen wird sind sehr gut für das Körpergefühl des blinden Hundes. Diese Dinge kann man auch gut beim alltäglichen Gassi mit einbauen. Irgendwo findet man immer etwas wo der Hund drauf balancieren kann oder rauf und runter kletter.

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Der Steg


Ich habe einen Finger lose ins Halsband gehakt und mit der linken Hand den weg "geklopft". Jamie ging anfangs zögerlich wegen dem unbekannten und schmalen Untergrund, aber sie gewöhnte sich schnell an den Holzuntergrund und find an zielstrebig den Steg hochzulaufen.

Vorsicht: ist man sich selber nicht sicher dass der Hund zu "Eskapaden" neigte, wie plötzliches umdrehen oder seitwärts ausbrechen, wäre es ratsam dem Hund ein Geschirr anzuziehen womit man ihn dann besser führen kann. Am Besten dann mit einer weiteren Person auf der anderen Seite des Hundes die im Notfall auch eingreifen kann.



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Die Wippe


Hier ein Beispiel wie man es nicht machen sollte. :-) Jamie ist realtiv unerschrocken was sowas anbelangt, von daher war es für sie kein Thema als die Wippe mit einem Krach nach unten flog.

Der Anfang war noch gut, Jamie lief ohne das ich den Weg klopfen musste, den Steg der Wippe hoch. Meine Hand hielt ich nur als seitliche Orientierung an ihre linke Schnauzenseite.

Was ich nicht bemerkte war, dass Käthe (kann man im Bild erkennen bei genauem hingucken) hinter uns mit auf die Wippe gegangen ist. Ich war einfach so auf Jamie konzentriert und wunderte mich nur warum die Wippe nicht nach unten kippt so langsam. Was sie dann mit einem Schlag tat als das Gewicht von Käthe zu dem von Jamie kam.

Miss Jay und Käthe fanden es super und freuten sich über die plötzliche Landung.


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A-Wand


geschätzte Höhe, 1.60m. Jetzt denkt man vielleicht, wie kann sie, da hat Jamie gerade mal den Steg und die Wippe geschafft und soll eine A-Wand laufen. Aber, nach dem Steg habe ich bemerkt wie es in Jamie explodierte, sie war neugierig und voller Eifer ob des Lobes das ich überschwenglich an sie verteilte und wir haben natürlich nach jedem Hindernis erstmal eine Pause gemacht. Jamie hat natürlich gespürt dass ich richtig Stolz war und das sprang auf sie über. Jedenfalls spürte ich dass wir das versuchen können ohne einen Rückschlag zu erleiden.

Aber hier schickte ich Aaron dennoch voran. Er kennt zwar keine A-Wand aber er ist ein guter Kletterer der nie auf die Idee käme von oben einfach runterzuspringen. Jamie wurde hibbelig und wollte hinter ihrem Kumpel her.

Auf dem Junghund-Parcours sind die Geräte um einiges kleiner. Und Jamie lief die Mini-A-Wand komplett alleine ohne dass ich dabei stand. Ich stelle sie nur davor und habe "rüber" gesagt. Fotos davon sind unter dem allgemeinen Album (link im Text am Anfang) zu finden.


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Die Hürde


Da Jamie das Kommando "Hopp" kennt war die Hürde kein Problem. Hund vor die Hürde setzen, auf die andere Seite gehen und mit Hopp Hier rufen.



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Der Reifen


Einen Sprung über Hindernisse kennt Jamie, aber einen Sprung durch einen Reifen, das kannte sie nicht. Ich habe sie an dem Reifen riechen lassen so lange sie mochte, sie dann davor abgesetzt und bin auf die andere Seite gegangen. Mit "Hopp" "Hier" rief ich Jamie und sie sprang mittendurch. Wie auch immer, sie verinnerlicht räumliche Dinge in Sekunden und verwertet diese entsprechend. Deshalb klappen solche Übungen mit ihr immer sofort.



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Der Tunnel


Tunnel? Gar kein Thema. Da gehen wir einfach mal so durch.
Erst Aaron der auch hier den Vorläufer spielte und Kimba. Dann folgte Jamie den beiden einfach. Spielte mehrfach im Innern des Tunnels Kreisel und kam dann auf rufen ans andere Ende. Nach ein paar Widerholungen lief sie zielstrebig durch.


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Schwimmen


Jamie ist mehr als eine Wasserratte. Für Wasser tut sie alles. Schwimmen ist die ideale Beschäftigung für Hunde mit Gelenkproblemen, zum trainieren von Muskeln und Kondition. Wir merkten schnell dass Jamie bei Wasser nicht mehr zu halten ist. Ich erinnere mich noch genau an unseren ersten Ausflug ins tiefe Gewässer der Wuppertalsperre.

Bewaffnet mit Schleppleine und Geschirr für Jamie gingen wir zum Ufer. Jamie planschte schon am flachen Ufer, da dachte ich mir, bevor ich meine Schuhe ausziehe werfe ich Aaron schonmal den Ball ins Wasser. Gesagt, getan und nicht damit gerechnet was Jamie tut. Sie hört wir Aaron ins Wasser springt, hechtet hinterher und schwimmt ihm nach. Da stand ich dann mit der Schleppleine in der Hand und diese verkürzte sich zuehend so dass ich mit den Füßen ins Wasser musste. Aber Jamie schwamm immer weiter hinter Aaron her und ich wurde zusehends nasser. Gott sei Dank hatte ich den Ball für Aaron nicht so weit geworfen und er kam zurückgeschwommen. Im Schlepptau Jamie die über das ganze Gesicht strahlte. Als beide am Ufer waren machte ich das Geschirr und die Leine ab und warf Aaron nochmals den Ball. Und wieder sprang Jamie ihm hinterher und kam mit ihm wieder zurück. Dann probierte ich etwas aus. Ich ließ Jamie am Ball riechen, sie rannte schonmal zum Ufer und dann kam mein Achtung und der Ball flog ins Wasser. Sie sprang hinterher und fand den Ball auch mit einigen Riechanstrengungen. Als sie ihn hatte rief ich sie, aber das war im Prinzip unnötig da sie sofort von alleine in Richtung Ufer abdrehte und mir den Ball brachte. Natürlich habe ich anfangs auch hier den Ball nie weit geworfen, aber mit der Zeit steigerten wir dies und Jamie kommt immer zum Erfolg.

Fotos

Schwimmen kann "fast" jeder Hund. Jamie hat es uns wie gesagt leicht gemacht da sie ein Waterfreak ist. Aber es gibt auch (blinde) Hunde die erst langsam an das kühle Nass herangeführt werden müssen. Hierfür sollte man anfangs bei einem kleinen Tümpel/Teich beginnen. Ein Gewässer wo der Hund sich nicht "verschwimmen" kann weil er das Ufer evtl. nicht mehr findet. Die meisten Hunde sind so instinktsicher das sie wissen wohin sie schwimmen müssen um an Land zu gelangen, aber Vorsicht ist anfangs immer geboten.

Später, wenn der Hund wirklich sicher aus dem Wasser apportiert und auf direktem Weg zum Ufer kommt, erst dann kann man an Seen oder ans Meer gehen. Ein zuverlässiges Rückrufkommando ist wie bei allem auch hier, das non plus ultra.

Gemeinsam mit dem Hund schwimmen ist eine der schönsten Dinge die es im Sommer gibt. Ich möchte aber dennoch davor warnen. Ich schwimme mit allen drei Hunden zusammen, aber dies nur weil ich ganz sicher weiß dass Jamie immer Abstand zu mir hält und Aaron mich im Notfall an Land ziehen würde. Dies habe ich ihm über Jahre beigebracht und er führt es zuverlässig aus. Dies kann man aber nicht von jedem Hund erwarten und sollte es niemals voraussetzen. Ein Rest der Unberechenbarkeit bleibt immer. Also sollte man zur Vorsicht:

    niemals alleine schwimmen gehen
    selber ein guter Schwimmer sein
    dem Hund beibringen einen Abstand zu uns einzuhalten
    und den Hund immer ohne Geschirr und Halsband schwimmen lassen
Dies nur als kleiner Hinweis.

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Zum Spaß


Wir üben auch gerne Dinge ein die einfach nur zum neu erlernen und Spaß haben da sind und sonst keine "alltagstauglichen" Wert haben.

Da wäre das durchlaufen der Beine. Als Kommando hierfür habe ich "GO" gewählt. Die Übung haben wir wie folgt aufgebaut:
Jamie neben mir links sitzen lassen. Leckerchen in meine rechte Hand. Mein rechtes Bein nach vorne gestellt und mit der rechten Hand untendurch um Jamie an der Brust anzutippen damit sie den Kopf runternimmt und das Leckerchen erriecht. Mit dem Kommando "GO" habe ich das Lecker durch mein Bein gezogen und Jamie ist dem gefolgt. War sie durch bekam sie es und dickes Lob.
Das steigerten wir dann indem sie einmal durchs rechte Bein und dann durchs linke Bein laufen sollte. Die Übung ist nicht so ganz einfach zu erlernen und man muss einige Geduld haben. Resultat sollte sein dass der Hund auf Kommando "GO" so lange durch die Beine läuft bis wir es beenden.

Dann hätten wir noch den Twist.
Jamie sitzt links neben mir. Ich gehe einen Schritt vor, sie folgt und in der linken Hand halte ich mein Leckerchen. Das setze ich ihr vor die Nase und führe es im Kreis an ihr vorbei so dass sie sich einmal um ihre eigene Achse drehen muss. Gleichzeitig sage ich mehrmals Twist. Diese Übung hat Jamie in Minuten begriffen, da sie sich eh sehr gerne um sich selbst dreht fiel es ihr auch leicht.
Wichtig ist dass man einen genügen großen Kreis mit dem Lecker vor Hundis Nase dreht. Nicht zu eng, dann setzt sich der Hund nämlich hin.

Unser neues vorhaben ist, Sprung über rechten Arm - hinterm Rücken vorbei - Sprung übern linken Arm.
Wie wir das aufbauen und wie es klappt folgt dann alsbald....



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Ball spielen


Blinde Hunde können Ball spielen. Das ist im Prinzip ganz einfach, Voraussetzung ist nur, dass der Hund gerne mit einem Ball spielt.

Am besten ist dafür der Ball geeignet der eine kleine Klingel innen drinnen hat mit Wurfseil. Diese Bälle bekommt man in jedem Zoogeschäft oder Internetshop. Dann lässt man den Hund erstmal den Ball tragen, sofern er das mag. Kommando "aus" und den Ball an sich nehmen. Ihn ein wenig schütteln so das die Klingel zu hören ist und den Hund erstmal "heiß" machen.

Dann laut Achtung rufen (was dem Hund zeigen soll dass nun etwas geschieht) und den Ball nur 2m vor sich hinwerfen. Direkt nach dem Achtung "Los" rufen, das soll dem Hund signalisieren dass er losspurten kann. Blindi wird den Aufprall des Balles hören und hinlaufen. Es bedarf einigem Training bis der Hund den Aufprall mit der Distanz dahin verbindet. Man kann die Weite des Wurfs dann von Tag zu Tag steigern. Der Hund hört nicht nur den Aufprall sondern auch das pfeiffende Geräusch in der Luft dass der Ball verursacht.

Um es dem Hund am Anfang noch mehr zu erleichtern sollte man auf die Windrichtung achten. Am einfachsten findet der Hund Dinge die er mit Seitenwind orten kann. Bei Gegenwind ist der Geruch des Balles zu großflächig verteilt und bei Rückenwind kann der Hund den Ball erst riechen wenn er über ihn hinweg gelaufen ist.

Mit dem Ballspielen kann man auch verschiedene Übungen machen. Erstmal das Kommando "aus" an sich festigen, oder dem Hund beibringen mit Ball in der Schnüss vorzusitzen. Den Ball dann aus zu geben und um uns rum ins Fuß zu laufen um auf den nächsten Ballwurf zu warten. Dies kann man beliebig erweitern.

Fotos von Jamie beim Ballspielen findet man in ihrer

Fotogalerie

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Suchspiele


Das Kommando "Such" ist recht einfach zu etablieren und es gibt vielfältige Möglichkeiten dies auszuweiten. Leckerchen verstecken, mit Leckerchen eine Fährte legen, oder diese in ein Handtuch einwickeln und den Hund auspacken lassen. Auch den Ball kann man zum Beispiel werfen ohne dass der Hund hinterher darf und ihn dann losschicken diesen zu suchen.

Es gibt zwei sehr gute Bücher zu diesem Thema von Viviane Theby "Schnüffelstunde" und das andere heißt "Wir schnüffeln weiter".

Ergänzungen folgen...

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Apportieren


Da ich mit Aaron Dummytraining mache, lag die Überlegung nahe dies auch mit Jamie zu versuchen. Dummytraining ist eine Art jagdliches apportieren mit sogenannten Dummy´s die das "Wild" simulieren sollen. Es gibt die 500g Standarddummy´s in verschiedenen Ausführungen, mit Hasenfell dran, Wasserdummy´s und einige andere mehr. Jamie liebt diese Leinensäckchen, nur leider hat sie einen so festen Biß das sie mir in 2 Stück schon tiefe Löcher gehackt hat. Dafür sind die zu teuer und somit sind wir auf den Jutebeutel umgestiegen. Den, den man eigentlich mit Futter füllt. Wir füllen da kein Futter rein, sondern beschweren ihn anderweitig von innen. Jedenfalls bekommt Jamie den trotz ihrer Knautscherei nicht kaputt.

Aufgebaut haben wir dies in kleinen Schritten. Jamie kannte das apportieren ja schon vom Ballspielen. Nun musste sie nur noch verstehen das der Jutebeutel nicht wie der Ball noch rumrollt, sondern der Aufprall des Werfens die einzige Anleitung ist zur Ortung.

Zu Beginn habe ich Jamie vor mir sitzen lassen, habe das Dummy gerade geworfen und nicht zu weit. Nach dem Wurf habe ich meine Arme seitlich neben Jamie gehalten und neben ihrem Kopf nach vorne gestreckt. Mit leichtem Kontakt zum Kopf. Das soll ihr die Richtung zeigen. Dann nur kurz gewartet und sie mit "voran" losgelassen. Wichtig ist das der Hund direkt zum Erfolg kommt. Jamie hatte schnell raus die Distanz per Ohr abzuschätzen und die Nase war eh im Gebrauch. Dieses "voran" soll für den Hund bedeuten dass er geradeaus laufen soll. So können wir ihm eine gute Hilfestellung für die Suchrichtung geben.



Hat der Hund das Dummy aufgenommen, sofort loben und ihn rankommen lassen. Das Dummy in Empfang nehmen und dem Hund zum "Tausch" ein Leckerchen geben. Das kann man beizeiten wieder abbauen, aber für den Anfang ist es eine schöne Belohnung.



Der nächste Schritt ist der des Auslegens und Suchen lassen. Den Hund absetzen und das Dummy auslegen. Man kann dies mit Geräusch machen (Dummy auf Erde klopfen) oder auch ohne. Letzters ist dann anstrengender für den Hund da er nur die Nase einsetzen kann. Bitte unbedingt auf den Wind achten wie schon beim Ballspielen beschrieben. Immer mit Seitenwind zu Beginn. Als Kommando habe ich "Such verloren". Auf den folgenden Fotos kann man sehen wie Jamie sich ein Dummy erarbeitet das ich in einem Busch versteckt habe.



Und hier noch ein Beispiel warum der Wind eine wichtige Rolle spielt.

Ich setzte Jamie auf dem Weg ab und ging in den Wald rein. Suchte mir einen abgesägten Baum und legte das Dummy oben drauf. Der Wind kam von rechts.



Zurück zu Jamie und sie mit "such" losgeschickt. Sie rannte meinen Spuren hinterher (cleveres Mädel ) und sezte ihre Nase ein. Diese half ihr aber noch nicht, denn der Wind wehte von rechts. Das kann man hier gut sehen, da sie am Dummy vorbeiläuft.



Sie geht noch weiter, hält die Nase etwas höher und bekommt schon leicht Witterung



Und als sie halb um den Stamm rum ist, ist sie genau im Wind und riecht das Dummy



und gefunden und reinbeißen



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Spielzeuge für blinde Hunde


Da gibt es z.B. die Holzspielzeuge in denen man Leckerchen verstecken kann. Diese besitzen wir nicht selber, aber haben es in unserer Physiotherapiepraxis desöftern mal ausprobiert. Jamie fand das zwar recht interessant, hatte aber nicht die Ausdauer sich damit zu beschäftigen. Dennoch finde ich ist es eine feine Sache für blinde Hunde.

Unser Highlight zum spielen, fressen und kauen ist der befüllbare Kong. Damit kann sich Jamie lange beschäftigen. Die Füllung kann man nach Geschmack gestalten. Mit Leberwurst, Keksen, Hüttenkäse und vielen anderen Leckereien. Im Sommer vorher in den Kühlschrank packen oder auch direkt geben.

Das Flaschen-Leckerchen

In Holland haben wir eine Flasche gekauft die man mit Leckerchen befüllen kann. Man schraubt den unteren Teil auf, füllt die Leckerchen rein und schraubt es wieder zu. Der Trick ist, nur wenn der Hund an dem oberen Baumwollseil zieht und die Flasche dabei leicht schräg liegt kommt er an die Leckerchen. Es ist eine schöne Beschäftigung für zwischendurch und erfordert Geschick und Nachdenken vom Hund.

Anhand der Fotos im folgenden kann man sehen das auch ein blinder Hund dieses Spiel beherrschen kann. Zum ansehen der Fotos in groß einfach auf das Bild klicken:

Tragen Schubsen Drehen